Auftakt in Sölden : Deutsche Skiasse fiebern Weltcupstart entgegen

Maria Riesch und Felix Neureuther erwarten voller Spannung den Auftakt in den alpinen Skiwinter in Sölden. Auf einem Gletscher in über 3000 Meter Höhe steigt der Riesenslalom. Neureuther spricht drastisch von einem "Überlebenskampf" auf der Piste.

Maria Riesch und Felix Neureuther
Maria Riesch und Felix Neureuther freuen sich auf den Start in die neue Skisaison. -dpa

SöldenUngewissheit, Ungeduld und jede Menge Vorfreude: Rund 100 Tage vor der WM als Saison-Höhepunkt fiebern die deutschen Ski-Asse Maria Riesch und Felix Neureuther dem Start in die neue alpine Weltcup-Saison an diesem Wochenende entgegen. "Es wird Zeit, dass das erste Rennen kommt. Aber es ist jedes Jahr dasselbe in Sölden. Man ist ein bisschen nervös, weiß nie, was auf einen zukommt und es ist ein sehr schweres Rennen", sagte die 23-jährige Riesch über die Gletscher-Riesenslalom-Rennen im österreichischen Sölden in 3000 Metern Höhe.

"Reiner Überlebenskampf"

"Die Anstrengung ist wegen der Höhe besonders hoch und zwischendurch ist es ein reiner Überlebenskampf", betonte Neureuther, der dem 2007er Gesamtweltcup-Sieger Aksel Lund Svindal kurz vor dessen Comeback nach fast einem Jahr Abwesenheit eine "richtig gute Form" bescheinigte.

Riesch liebäugelt in ihrer einzigen Disziplin ohne Podestplatz - in den anderen konnte sie jeweils sogar schon gewinnen - mit einem Top-10-Rang. Für Neureuther, der mit einer hohen Startnummer um die 65 ins Rennen gehen muss, wäre schon das Erreichen des zweiten Durchgangs ein großer Erfolg. "In Sölden ist es schwierig, aber für einen Felix Neureuther nicht unmöglich", sagte Coach Mario Weinhandl. Neureuther dämpfte die Erwartungen: "Mit der Startnummer hätte es auch ein Benny Raich schwer."

DSV wartet seit fünf Jahren auf Podestplatz

Die Wetterprognosen sind gut, wenn an diesem Samstag (9.45/12.45 Uhr) außer Riesch noch Kathrin Hölzl, Viktoria Rebensburg, Carolin Fernsebner und Fanny Chmelar an den Start gehen. "Ich traue Kathi und Vicky einen Platz unter den ersten Fünf zu. Es wäre schön, wenn wir so ein Super-Ergebnis gleich zum Anfang hätten", sagte Riesch. Seit dem Sieg von Martina Ertl vor fünf Jahren wartet der DSV in Sölden, wo mittlerweile eine 22 Millionen Euro teure Kunstschnee-Anlage installiert wurde, auf einen Podestplatz.

Auf das Podium möchte auch der Aksel Lund Svindal zurück. "Ich bin bereit", sagte der norwegische Sölden-Sieger des Vorjahres am Freitag nach elf Monaten ohne Rennen wegen seiner Sturz-Verletzung. Der Gletscher-Weltcup ist für die Alpinen nicht nur eine erste Standortbestimmung des Winters. Vielmehr nutzen die Skistars und deren Sponsoren den Auftakt zur großen Werbeschlacht. Vor den Rennen standen rund 15 Pressekonferenzen an.

Immer die gleichen Fragen

Maria Riesch musste fast stündlich die gleichen Fragen beantworten und zwischendurch sogar noch zur Dopingkontrolle. "Ich dachte mir schon fast, dass es langsam mal wieder Zeit wird", sagte die sechsmalige Weltcupsiegerin, die in dieser Saison wieder eine kleine Kristallkugel gewinnen und im Kampf um den Gesamtsieg eine gute Rolle spielen möchte.

Der schwere Unfall des unterschenkelamputierten Österreichers Matthias Lanzinger im März schärfte noch einmal das Auge für die Sicherheit, für die der Welt-Skiverband auch im Sommer wieder unterwegs war. "Jeder Sprung und jeder Streckenabschnitt wurde inspiziert und diskutiert", berichtete Renndirektor Günter Hujara und konterte damit Bode Millers neuerliche Kritik. "Man kann reden so viel man will, es ändert sich nichts. Es würde sich nicht einmal etwas ändern, wenn einer von uns Athleten sterben würde. Dann würde eben einer weg sein und ein neuer kommen", wetterte der US-Star. (mbo/dpa)

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