Sport : Auftritt der Weltmeister

Gegen die Rhein-Neckar-Löwen sind Berlins Handballer nur Außenseiter

Erik Eggers

Berlin - Die Max-Schmeling-Halle ist für viele Handballer der Ersten Bundesliga noch Neuland. Dies gilt nicht für einige Profis der Rhein-Neckar-Löwen, der früheren SG Kronau/Östringen, die heute beim Aufsteiger Füchse Berlin spielen werden. In der Schmeling-Halle begann am 19. Januar 2007, als Panamerika- Champion Brasilien geschlagen wurde, der Triumphzug der deutschen Handball-Weltmeister. Und in keinem Team sind derzeit mehr aktuelle Weltmeister aktiv als bei den Badenern: Michael Haaß, Andrej Klimowets, Christian Schwarzer, Oliver Roggisch sowie Torwart Henning Fritz. Diese Zusammensetzung unterstreicht die großen Ambitionen der Mannschaft von Trainer Juri Schewzow. Schon in den vergangenen beiden Jahren hat der Weißrusse sein Team jeweils in das Pokalfinale geführt. Dort scheiterte es knapp, einmal gegen Hamburg, einmal gegen Kiel, aber das enorme Potenzial wurde bereits deutlich. Insbesondere Regisseur Oleg Velyky sowie die beiden polnischen Vize-Weltmeister Mariusz Jurasik und Torwart Slawomir Szmal bürgten da bereits für hohe handballerische Qualität. Die starken Leistungen des 28-jährigen Szmal, der in den letzten Wochen Fritz klar in den Schatten stellte, wurden just mit einer Vertragsverlängerung bis 2011 belohnt. Auch der 20 Jahre alte Linksaußen Uwe Gensheimer verlängerte gerade bis 2010.

Da nun auch noch der wurfstarke Weißrusse Sergej Harbok aus Celje zum Team stieß, zählten nicht wenige Experten die Mannschaft vor Saisonstart bereits zum Kreis der Titelfavoriten. Manager Thorsten Storm wies derlei Vorschusslorbeeren da schon brüsk zurück. „Wir sind keine Übermannschaft wie Kiel“, warnte Storm, der vorher erfolgreich in Flensburg gearbeitet hatte. Nun, nach sechs Spieltagen, hat sich Storms Einschätzung bewahrheitet. „Wir sind noch nicht spitze“, sagt der Manager. „Aber ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine gewisse Stabilisierung.“

Bisher präsentierten sich die Rhein-Neckar-Löwen, die ihre Spiele in Mannheim austragen, als sehr instabil. Der 31:41Niederlage beim Supercup gegen Kiel folgte ein 32:23-Sieg in Gummersbach. Dann gab es eine 30:35-Niederlage beim Aufsteiger TuSEM Essen, der mit den Füchsen gegen den Abstieg kämpft. Nur ein paar Tage später erreichten die Löwen ein 28:28 beim Topfavoriten HSV Hamburg. Diese Wechselhaftigkeit hat das erklärte Ziel, das Erreichen eines Champions-League-Platzes, in Gefahr gebracht. „Wir müssen jetzt eine Serie starten“, forderte nicht nur Kreisläufer Roggisch nach dem Spiel in Hamburg. „Vor allem jene Spieler, die schon länger hier spielen, müssen Siegermentalität ausstrahlen“, sagt Storm nach bisher mäßigen 7:5-Punkten. Ein Sieg in Berlin ist Pflicht.

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