Augsburg - Bayern 0:2 : München müht sich ins Viertelfinale

Ein umstrittenes Tor nicht gegeben, dafür einen umstrittenen Platzverweis kassiert - der FC Bayern München gewinnt dennoch mit 2:0 gegen Augsburg im Achtelfinale des DFB-Pokals. Offenbach schafft gegen Düsseldorf die Sensation.

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Der war klar drin: Mario Gomez erzielt das 1:0.
Der war klar drin: Mario Gomez erzielt das 1:0.Foto: Reuters

Revolutionär klang es nicht, was Jürgen Rollmann seinen Spielern vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München verordnete: Der FC Augsburg müsse „leidenschaftlich kämpfen“ und das Spiel „lange offenhalten“, sagte der Manager. Es war das altbewährte Pokalrezept, mit dem der Außenseiter dem Rekordmeister ein Bein stellen wollte – und fast hätte es geklappt. Nach großem Kampf und einem Platzverweis für Franck Ribery gewannen die Bayern nur durch großen Kraftaufwand mit 2:0 und zogen so ins Viertelfinale ein.

Gleich zu Beginn zeigten die Augsburger, dass sie sich etwas vorgenommen hatten: Tobias Werner passte auf Sascha Mölders, der mit dem Kopf für Ja-Cheoal Koo ablegte – den abgefälschten Schuss lenkte Manuel Neuer gerade noch an den rechten Pfosten. Die Bayern nahmen sich der Sache nach dieser forschen Begrüßung etwas professioneller an und näherten sich dem Augsburger Tor erst einmal mit Fernschüssen durch Bastian Schweinsteiger, Xherdan Shaqiri und Franck Ribery. So richtig ertragreich war das nicht, weshalb Ribery sich beim nächsten Angriff dann doch für den flachen Pass in die Tormitte entschied, wo Jupp Heynckes für diese Partie wieder Mario Gomez hingestellt hatte: Der Nationalstürmer hielt den Fuß hin und lenkte die Kugel zum 1:0 ins Netz (26.).

Die Augsburger ließen sich die Pokalstimmung nicht vermiesen und warfen sich weiter in jeden Zweikampf und spielten mutig nach vorne, vor allem Sascha Mölders. Erst lenkte der Stürmer eine Hereingabe artistisch aufs Tor, dann parierte Neuer in letzter Not mit der rechten Hand einen Flachschuss. Die Bayern ließen es erst kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal krachen: Anatoliy Tymoschtschuk knallte den Ball aus 30 Metern an die Unterkante der Latte, von wo er hinter die Linie sprang, was Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer nicht erkannte.

51 Jahre lag der letzte Sieg der Augsburger gegen den FC Bayern zurück, am 6. August 1961 gewannen die bayerischen Schwaben noch unter dem Namen BC Augsburg in der damaligen Oberliga Süd mit 3:1. Und nun gab ihnen Franck Ribery die Chance, das Kunststück zu wiederholen: Gleich nach Wiederanpfiff foulte der Franzose Koo, der aufsprang und Ribery ins Gesicht fasste –Ribery revanchierte sich mit einer Backpfeife und sah Rot. Die Bayern spielten nur noch mit zehn Mann und hatten kurz darauf Glück, dass Kinhöfer ein Handspiel von Dante im Strafraum übersah.

Es war nun hektisch, es war giftig, aber Augsburg profitierte nicht von der Überzahl. Die Bayern standen sicher, bei einem Konter traf Shaqiri mit einer verunglückten Flanke sogar die Latte. Im Gegenzug rettete wieder Neuer die Führung, diesmal gegen den frei vor ihm postierten Torsten Oehrl. Dann pariert der zweite Reservetorwart der Augsburger, der wegen Verletzungen ins Team gerutschte Alexander Manninger, gegen den allein auf ihn zustürmenden Mario Mandzukic. Beim nächsten Konter war der Österreicher machtlos: Thomas Müller flankte, Shaqiri vollendete – 2:0 (85.). Die Augsburger hatten das Spiel lange offen gehalten, aber nun war es vorbei.

Erfolgreicher als die Augsburger waren die Kickers aus Offenbach, die ihren Ruf als Pokalschreck eindrucksvoll untermauert haben. Der Drittligist schaltete am Dienstagabend den enttäuschenden Favoriten Fortuna Düsseldorf hochverdient mit 2:0 (0:0) aus. Die Stürmer Matias Fetsch (76.) und Stefan Vogler (85.) sorgten vor 18.400 Zuschauern auf dem ausverkauften Bieberer Berg für die umjubelten Tore. (mit dpa)

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