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Augsburg - Hamburg 3:1 : Der Hamburger SV trauert, die Konkurrenz feiert

Letzte Hoffnung Relegation: Der abstiegsbedrohte Hamburger SV versagt auch beim 1:3 in Augsburg. "Für uns geht es nur noch darum, den Relegationsplatz 16 zu verteidigen", sagt Trainer Slomka. Durch die Niederlage des HSV können aber vier andere Klubs den Klassenerhalt feiern.

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Irgendwann wirkte Mirko Slomka nur noch genervt. Er sei alles andere als resignativ, meinte der Trainer des Hamburger SV. Im Gegenteil. Dabei klang vieles in seiner Spielanalyse nach dem 1:3 (1:3) vor 30.660 Zuschauern beim FC Augsburg wie eine Bankrotterklärung. Zwei Spieltage vor Saisonende gab Slomka die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt auf. „Für uns geht es nur noch darum, den Relegationsplatz 16 zu verteidigen, um sonst nichts mehr“, sagte Slomka. Seiner Mannschaft warf er „schwere taktische Fehler“ vor. In der Offensive sei beim HSV „nichts vorhanden“ außer Hakan Calhanoglu.

Und es stimmte natürlich, was Slomka sagte. Wenn der Innenverteidiger Heiko Westermann mit vier Schüssen gefährlichster Angreifer ist, sagt das vieles über eine Mannschaft aus, die in dieser Saison 68 Gegentore kassiert hat, aber nur 48 erzielte. „Wir hatten zu wenig Durchschlagskraft im Angriff“, sagte Slomka. Seine Mannschaft lag nach 42 Minuten 0:3 hinten, was vor allem an der Leidenschaft des Gegners lag. Der FC Augsburg hat noch Chancen, die Europa League zu erreichen – und spielte auch so. Halil Altintop traf zur Führung (siebte Minute), die er nach einer halben Stunde zum 2:0 ausbaute. Beim 3:0 unterlief Hamburgs Torwart René Adler ein schwerer Fehler unterlief. Der Nationaltorwart lenkte den Ball nach einem Distanzschuss von André Hahn ins eigene Tor. Adler wirkte danach schwer angeschlagen.

Das kurze Zwischenhoch des HSV ist längst vorüber. Slomka stellte fest: „Wir wurden nach jedem Gegentor schwerfälliger.“ Nun brauche man aus den Spielen gegen Bayern München und bei Mainz 05 noch einen Sieg, um den ersten Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitglieds wenigstens über die Relegation zu verhindern. Der VfB Stuttgart (15.) ist fünf Punkte enteilt, der 1. FC Nürnberg (17.) liegt nur einen Punkt zurück. Bremen, Freiburg, Frankfurt und Hannover sind hingegen durch Augsburgs Sieg gerettet.

Eintracht Frankfurt, SC Freiburg, Werder Bremen und Hannover 96 bleiben erstklassig

„Wir haben die Schnauze voll“, skandierten die Hamburger Fans. Die geschlagenen HSV-Profis trotteten kurz vor ihren Fanblock und verschwanden danach schnell in der Kabine. Die meisten suchten später wortlos den Mannschaftsbus auf. Auch Manager Oliver Kreuzer schwieg. Er hätte wohl ähnlich ernüchtert geklungen wie sein Trainer, dem man in Hamburg nun vorwirft, selbst Fehler zu begehen. Etwa, weil er nach langer Verletzung Marcell Jansen spielen ließ, über dessen Abwehrseite zwei Gegentore fielen.

„Wir kriegen nach jeder Flanke ein Tor“, analysierte Jansen, der kaum Unterstützung seiner Kollegen gegen den schnellen Hahn erhielt. „Wir hören jetzt trotzdem nicht auf. Wir müssen mit aller Macht diesen Platz verteidigen.“ Vor der Pause schaffte Westermann das 1:3 und der HSV kam mit mehr Schwung aus der Kabine. Trotzdem blieb es dabei: Slomkas Elf verlor zu viele Zweikämpfe, und in der Abwehr taten sich erschreckend große Lücken auf. In der Schlussphase lief der HSV Gefahr, eine noch höhere Niederlage zu kassieren. „Das wird jetzt keine schöne Woche für uns“, sagte Tolgay Arslan.

Sehr viel Optimismus strahlten die Spieler schon am Sonntag nicht aus. Wenn die Hamburger in Augsburg miteinander sprachen, wurde das auf dem Spielfeld von verzweifelten Gesten begleitet. Man machte sich gegenseitig heftige Vorwürfe oder warf einfach frustriert die Arme in die Luft. Die Nerven liegen ganz offensichtlich blank beim HSV.

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