Sport : Aus 50 Metern getroffen

Beim 5:1 der Eisbären gegen Augsburg gelang EHC-Verteidiger Shawn Heins ein kurioses Tor

Claus Vetter

Berlin - Es waren etwa 100 Augsburger, die den Freitagabend im Sportforum Hohenschönhausen verbrachten. Trotzdem waren die Eishockey-Fans aus Schwaben lange nicht zu überhören. Die Anhänger der Eisbären unter den 4500 Zuschauern ließen es über zwei Drittel ruhig angehen. Das lag daran, dass es der Tabellenneunte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) dem Favoriten aus Berlin lange nicht gestattete, dieser Rolle auch gerecht zu werden. Erst im letzten Drittel wurde es dann lauter. Denn da beherrschten die Eisbären das Geschehen souverän, kamen zu einem kuriosen Tor und noch drei weiteren Treffern, so dass das Endergebnis noch recht deutlich wurde: Die Berliner besiegten die Augsburger Panther 5:1 (1:0, 0:1, 4:0).

Mehr als ein Tor von Kelly Fairchild gab es für die Berliner im ersten Drittel trotz anfänglicher Dominanz nicht zu bejubeln. Und das wiederum motivierte die Augsburger, ihre Bemühungen zu intensivieren. Mike Pudlick traf kurz vor Ende des Mitteldrittels zum verdienten 1:1. Mark Beaufait hatte den Augsburger Ausgleichstreffer von der Strafbank mit ansehen müssen und sich darüber anscheinend in der Kabine sehr geärgert. Denn 33 Sekunden waren im letzten Drittel gespielt, da hatte der Amerikaner auch schon das 2:1 für die Berliner erzielt.

Die Vorentscheidung fiel dann auf kuriose Weise: Eisbären-Verteidiger Shawn Heins schoss aus dem Berliner Drittel in Richtung Augsburger Tor – und der Puck landete nach seiner Reise über 50 Meter hinter der Torlinie. Wohl auch, weil sich Torhüter Jean Fancois Labbe gerade eine Auszeit nahm. Seine Kollegen waren danach frustriert, die Eisbären machten weiter: Rob Shearer traf zum 4:1 und Beaufait sogar noch zum 5:1. Damut wurde es noch eine deutliche Niederlage für die Augsburger, die laut Aussage ihres Trainers unbedingt gewinnen wollten. „Wir brauchen jeden Punkt im Kampf um einen Play-off-Platz“, hatte Benoit Laporte gesagt. „Da spielt es keine Rolle, dass die Eisbären eine Spitzenmannschaft sind.“

Anscheinend doch, wie sich gestern im letzten Drittel zeigen sollte – was die erst zurückhaltenden Zuschauer im Sportforum dann auch schon Minuten vor der Schlusssirene mit stehenden Ovationen feierten. Etwas getrübt war die Freude nur dadurch, dass EHC-Stürmer Stefan Ustorf mit einer Schulterprellung vorzeitig ausgeschieden war.

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