Sport : Aus dem Chaos nichts gelernt

Claus Vetter

über die Trainerfindung beim Deutschen Eishockey-Bund Am Mittwochmittag kannte Hans-Ulrich Esken Uwe Krupp noch nicht, wie er sagte. Das ist schon erstaunlich, schließlich ist Esken Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und Krupp einer der erfolgreichsten deutschen Spieler aller Zeiten – der einzige, der bisher den Stanley-Cup in der amerikanischen Profiliga NHL gewann. Diesen Krupp wollte Esken zum Bundestrainer machen, weil es nach dem Abstieg bei der WM in Wien ja irgendwie wieder aufwärts gehen soll. Am Mittwochnachmittag lernten sich Esken und Krupp dann endlich kennen. Resultat des schnellen Kennenlernens war dann: Uwe Krupp wird nur Kotrainer, den Job des Bundestrainers behält der in Wien gescheiterte Greg Poss.

Wie gut kann man einen Menschen an einem Nachmittag kennen lernen? Gut genug, um eine personelle Entscheidung von größerer Tragweite zu fällen? In vielen Unternehmen ist das undenkbar, doch beim DEB gelten andere Gesetze. Da wird ein verdienstvoller Mann wie Krupp mal schnell degradiert, außerdem will sich auf einmal niemand mehr an eine Absprache mit der Deutschen Eishockey-Liga erinnern. Die wollte die Nationalmannschaft unterstützen und hatte dafür die Einstellung eines neuen Bundestrainer verlangt. Am bedenklichsten aber ist, dass der DEB seit den Chaostagen bei der WM in Österreich nicht dazugelernt hat. Die Art und Weise, wie die Führungspersonen handeln, lässt nicht die Hoffnung zu, dass es mit der Nationalmannschaft wieder aufwärts gehen könnte.

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