Sport : Aus dem Elend zum Star Die halbe Wahrheit

über Ronaldo

Stefan Hermanns

Die Geschichte ist fast zu schön, um wahr zu sein: Ronaldo, einer der besten Fußballer der Welt und aller Zeiten, hat zwei Geburtstage – einen echten und einen offiziellen. Wensley Clarkson schreibt in seiner Biografie, dass Ronaldos Vater seinen Sohn erst vier Tage nach der Geburt am 18. September 1976 standesamtlich angemeldet habe, weil er die Gebühr nicht bezahlen konnte. Aber vielleicht ist die Geschichte auch gar nicht wahr.

Offenbar nämlich hat es Clarkson mit der Wahrheit nicht immer ganz genau genommen. Seiner Erzählung nach stammt Ronaldo aus einem schlimmen Elendsviertel Rio de Janeiros (Welcher brasilianische Fußballer stammt eigentlich nicht aus einem schlimmen Elendsviertel?); in Wahrheit ist Bento Ribeiro ein Viertel der unteren Mittelschicht, und der Hang zur Dramatisierung offenbar eine Masche des englischen Autors. In der Clarksonschen Version besteht Ronaldos Leben nahezu ausschließlich aus Frauengeschichten und dem immer neuen Drang, immer bessere Verträge bei seinen Vereinen herauszuhandeln. Wahrscheinlich kommt eine solche Biografie heraus, wenn der Autor seine Informationen vor allem aus Boulevardzeitungen bezieht.

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