Sport : Aus dem Grau ins Licht

Schalke kuriert sich mit dem 4:0 gegen Mainz selbst und zieht mit Tabellenführer Bremen gleich

Richard Leipold[Gelsenkirchen]

Vor dem Anpfiff war Mirko Slomka wieder einmal mit allerlei Konflikten konfrontiert worden. In der Öffentlichkeit war zuletzt das Bild einer zerstrittenen Gruppe von Einzelkämpfern entstanden, deren Launen und Eifersüchteleien die Arbeit des Fußball-Lehrers erschweren. „Ich weiß, dass ich hier extrem unter Beschuss stehe“, sagte der Cheftrainer des FC Schalke 04. „Aber inzwischen belustigt mich das.“ Wenig später zerlegten seine Spieler auf dem Rasen der Gelsenkirchener Arena diese Vorwürfe leidenschaftlich. Beim 4:0 über den FSV Mainz 05 rückten die Schalker den Fußball in den Mittelpunkt und zogen nach zwei Siegen in vier Tagen mit dem Bundesliga-Tabellenführer Werder Bremen gleich.

Manager Andreas Müller lobte, „wie gelassen der Trainer mit der Situation umgeht“, vor allem mit dem Gegenwind, der ihm vom Boulevard her entgegenweht. „Er ist sehr stabil und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Das ist ungewöhnlich, weil er ja noch nicht so lange im Geschäft ist.“ Slomka wiederholte sinngemäß das, was er auch in Krisenzeiten immer wieder behauptet hatte. „Wir arbeiten hervorragend zusammen, egal welche Unruhe von außen hereingetragen wird.“

Gegen eine Mainzer Mannschaft, die spielte wie ein Absteiger, konnten die Schalker von Beginn an ungehindert aktive Seelenmassage betreiben. In der ersten Halbzeit war fast jeder Schuss ein Treffer. Sogar der zuvor oft glücklose Kevin Kuranyi (siehe Artikel unten) tauchte als Torschütze aus dem Dunkelgrau der vergangenen Wochen auf ins helle Licht. Erst nutzte er einen Steilpass von Gustavo Varela zum Führungstor, später köpfte er den Ball zum 3:0 ein. Zwischendurch hatte Halil Altintop, unbehelligt von drei umstehenden Mainzern, das 2:0 erzielt. Die Rheinhessen leisteten den zielstrebig angreifenden Schalker in der ersten Hälfte allenfalls passiven Widerstand.

Im zweiten Durchgang ließ die Heimelf es ruhiger angehen, dieses Mal allerdings, ohne sich damit selbst in Bedrängnis zu bringen. Halil Altintop rundete den souveränen Auftritt des FC Schalke mit einem raffinierten Heber zum 4:0 ab. Diesem Ergebnis vermochte am Ende sogar der Trainer des Tabellenletzten etwas Gutes abzugewinnen. „Ich bin froh, dass sich das Ergebnis in der zweiten Halbzeit im Rahmen gehalten hat“, sagte Jürgen Klopp.

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