Sport : Aus dem Loch gezogen

Alba Berlin verkürzt mit dem 73:63 gegen Bamberg im Halbfinale auf 1:2

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Berlin Vier Minuten noch, das Ende war nah, auch für Alba Berlins Basketballer. 54:60 lag der Deutsche Meister der vergangenen sieben Jahre gestern Abend im dritten Play-off-Halbfinale gegen GHP Bamberg zurück und stand vor dem Aus. Flügelspieler John Best forderte die Berliner unter den 8650 Fans in der Max-Schmeling-Halle mit wilden Handbewegungen auf, noch einmal alles zu geben.

Die Zuschauer brüllten Alba nach vorn, und die Spieler kippten mit unglaublichen 19:3 Punkten in eben jenen letzten vier Minuten die dramatische Partie. 52 Sekunden vor dem Ende brachte der überragende Aufbauspieler DeJuan Collins (22 Punkte) Alba mit seinem zweiten Dreipunktewurf in Folge (seinem fünften insgesamt) mit 66:63 in Führung. Die Berliner siegten 73:63 (31:33) und liegen nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Spielen nur noch 1:2 in der Halbfinalserie zurück.

Spiel vier folgt am Sonntag in Bamberg, bei einem Sieg von Alba kommt es am Dienstag zum Entscheidungsspiel in Berlin. Topscorer war gestern Bambergs Derrick Taylor mit 26 Punkten. Für Albas Trainer Emir Mutapcic war entscheidend, dass „wir von der ersten bis zur letzten Sekunde Siegeswillen gezeigt haben. Das hat uns vor allem im ersten Spiel gefehlt“.

Mit einer Niederlage hätte Alba zum ersten Mal seit zehn Jahren das Finale um die deutsche Meisterschaft verpassen. „Wir sind noch am Leben, und es liegt jetzt letztlich an uns, die Serie noch umzubiegen“, sagte Vizepräsident Marco Baldi in der Hallenzeitung. Bambergs Trainer Dirk Bauermann war klar, „wenn irgendeine Mannschaft sich aus diesem Loch an den eigenen Haaren herausziehen kann, dann ist es Alba Berlin“.

Er sollte Recht behalten. Die Berliner, die – wohl aus Aberglaube – erstmals in den Play-offs in gelben statt blauen Trikots aufliefen, begannen stark in Offensive wie Defensive, führten nach drei Dreipunktewürfen von Collins (2) und Stefano Garris schnell 16:6. Sie schienen die Partie im Griff zu haben, doch Bamberg glich mit einer 10:0-Serie aus. Stärkster Mann war dabei der 40-jährige Derrick Taylor. Um ihn zu stoppen, schickte Albas Trainer Emir Mutapcic kurz vor Ende des ersten Viertels (18:17) Henrik Rödl aufs Feld, der aber auch nicht verhindern konnte, dass der US-Amerikaner bis zur Pause schon 18 Punkte gemacht und sechs Rebounds geholt hatte.

Rödl selbst gelangen wichtige Punkte, doch nach 30:25-Führung lag Alba auch wegen der deutlich schlechteren Feldwurfquote (36 Prozent, Bamberg 50) zur Pause 31:33 zurück. In der zweiten Halbzeit zog Bamberg auf 41:33 davon. Die Partie wurde hektischer, bisweilen kämpften mehrere Spieler auf dem Boden liegend um den Ball. Rödl trieb sein Team zum Ausgleich, doch mit einem Dreipunktewurf gelang Taylor Sekunden vor Ende des dritten Viertels das 48:45 für Bamberg.

Den Berlinern zitterten angesichts des drohenden Aus eine Weile die Hände: Marko Pesic und Stefano Garris vergaben je zwei Freiwürfe, wohingegen Bambergs Geert Kullamäe aus acht Metern in den Korb traf (50:53). Drei Minuten vor dem Ende glich Collins mit vier Freiwürfen aus. Dreipunktewurf Taylor, Dreipunktewurf Collins – die packende Schlussphase nahm ihren Lauf.

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