• Aus dem Ring auf die Intensivstation Witali Klitschko gewinnt, Briggs muss in die Klinik

Sport : Aus dem Ring auf die Intensivstation Witali Klitschko gewinnt, Briggs muss in die Klinik

Kein Handtuch in Sicht. Witali Klitschko verprügelte Shannon Briggs, der Kampf ging trotzdem weiter. Foto: AFP
Kein Handtuch in Sicht. Witali Klitschko verprügelte Shannon Briggs, der Kampf ging trotzdem weiter. Foto: AFPFoto: AFP

Hamburg - Er selbst war fast ohne Kratzer geblieben, seinen Gegner hatte er ins Krankenhaus geschickt, aber über seinen Sieg war Box-Weltmeister Witali Klitschko nicht gerade glücklich. „Ich bin etwas enttäuscht. Ich wollte durch K.-o. gewinnen. Das ist mir aber leider nicht gelungen“, sagte der 39-jährige Schwergewichts-Champion des WBC nach seinem einstimmigen Punktsieg (120:107, 120:107, 120:105) über Herausforderer Shannon Briggs.

Der Amerikaner war nach den Schlagserien, die er einstecken musste, von Ringarzt Stephan Bock vorsichtshalber zu einer Computer-Tomographie in die Uniklinik Eppendorf geschickt worden. Dort lag er nach Informationen von RTL auch am Sonntag noch weiter auf der Intensivstation. Die Untersuchungen sollen ergeben haben, dass Briggs unter anderem Frakturen an beiden Augen erlitten hatte. Warum seine Betreuer oder der Ringrichter den Kampf angesichts vieler schwerer Treffer nicht abgebrochen hatten, war unverständlich. Klitschkos harte Schläge fanden wie gewohnt ihr Ziel, Briggs steckte die Treffer aber bis zum letzten Gong mit unglaublichen Nehmerqualitäten weg.

Der ältere der beiden Klitschko-Brüder wusste genau, warum seine Taktik zwar aufging, das Ziel des Knockouts aber unerreicht blieb. „Ich habe geschlagen, ich habe getroffen. Doch er fiel nicht. Dann sagte ich mir: keine Hektik. Das wird schon. Aber ich habe wohl zu lange gewartet“, sagte der gefeierte Sieger nach seiner siebten erfolgreichen Titelverteidigung als Champion des Weltverbandes WBC. Die 14 500 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger Arena waren trotz des verpassten K.-o. zufrieden, im Fernsehen verfolgten in der Spitze 13,29 Millionen Zuschauer den Kampf – nach Angaben von RTL der höchste Wert seit Beginn der TV-Partnerschaft im November 2006. Voraussichtlich wird Klitschko dem Privatsender noch einige Zeit erhalten bleiben.

Der fast 40-Jährige zeigte abermals, dass er noch fit genug ist, um seinen Titel souverän zu verteidigen. „Ich habe noch genug trockenes Pulver. Wenn mein Körper mitspielt, kann mich keiner schlagen“, sagte Klitschko. Angst habe er nur vor Bruder Wladimir. Einen Bruderkampf jedoch wird es nie geben. Vielleicht aber den gegen David Haye. Witali Klitschko wiederholte seinen Wunsch, den WBA-Weltmeister herauszufordern. „Ich möchte ihn ausknocken, um auch den letzten Gürtel in die Familie zu holen“, sagte Klitschko, dessen Bilanz als Profi-Boxer 38 K.-o.-Siege in 43 Kämpfen ausweist. Die Chancen, dass die Titelvereinigung mit dem Briten zustandekommt, sind unverändert gering. Dessen Klagen über die angeblichen Knebelverträge, die ihm von den Klitschkos angeboten worden seien, würden jeder Grundlage entbehren, sagt Bernd Bönte, Geschäftsführer der KMG-Promotion, die die ukrainischen Brüder vermarktet. „Das ist ein ganz einfacher, simpler Vertrag: 50:50 weltweit“, sagt Bönte.

Sollte es eine Einigung mit Haye geben, könnte der Kampf noch vor Witalis nächster Pflichtverteidigung ausgetragen werden. Der Pflichtherausforderer wird im Dezember zwischen Odlanier Solis aus Kuba und dem Amerikaner Ray Austin ermittelt. Angst flößt dem Titelverteidiger offenbar keiner der beiden ein. „Es gibt momentan keine richtig großen Gegner. Die junge Generation ist noch nicht so weit, die alte ist schon in Rente“, sagt Witali Klitschko. dpa

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