Sport : Aus dem Schutzraum geholt

Die Volleyballer des SCC nehmen ihre jungen Spieler in die Pflicht

Karsten Doneck

Berlin - Aleksandar Spirovski hatte ehrgeizige Pläne. Er wollte seinen Beitrag leisten für „mehr Stabilität im Block, Angriff und Aufschlag“, verkündete der Volleyballer des SC Charlottenburg vor der Saison. Derzeit hindert Spirovski ein Mittelhandbruch daran, seine Vorstellungen umzusetzen. In der Rolle des Zuschauers hat Spirovski unlängst Gesellschaft bekommen: Auch Mannschaftskamerad Sebastian Prüsener fällt wegen einer Fußverletzung aus. Michael Warm hat aber seinen Optimismus nicht eingebüßt. „Wir haben ja nicht nur sechs gute Spieler im Kader“, sagt der SCC-Trainer vor dem Bundesliga-Heimspiel heute (19 Uhr, Sömmeringhalle) gegen den Moerser SC.

Die Charlottenburger müssen nun, früher als sie vielleicht wollten, ihren jungen Spielern hohe Verantwortung übertragen. Dirk Westphal und Marcus Böhme sind plötzlich erste Wahl. Und auch Patrick Steuerwald, der Zuspieler und als solcher eigentlich nur Ersatzmann für Jaroslav Skach, kommt häufiger mal zum Zuge. Das Trio bringt es gerade mal auf ein Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren. Dennoch fordert Michael Warm: „Wir dürfen denen jetzt nicht mehr den Schutzraum geben, dass man ständig sagt: Das sind ja noch Jugendspieler.“

Der Trainer hat die jungen Spieler behutsam an höhere Anforderungen herangeführt. Auch als Spirovski und Prüsener fit waren, erhielten Westphal, Böhme und Steuerwald Einsatzzeiten in der Bundesliga. Dabei zahlte es sich aus, dass die drei Nachwuchskräfte schon in der vorigen Saison beim VC Olympia in der ersten Liga Erfahrungen gesammelt haben.

Für Spirovski zeichnet sich aber ein Ende der Leidenszeit ab. SCC-Geschäftsführer Günter Trotz geht davon aus, dass der Mittelblocker in der nächsten Woche wieder mit Krafttraining beginnen kann. Der Wert des Spielers für den SCC ist unbestritten. „Von seiner Qualität gibt es nicht viele in Deutschland“, sagt Warm. Was Prüsener betrifft, ist die Verletzung nicht so schlimm, wie zunächst angenommen. Er unterzog sich gestern einer Kernspintomographie. Dabei wurden eine Bänderdehnung und eine Stauchung im Sprunggelenk diagnostiziert. „Zum Glück ist nichts gebrochen“, sagte Trotz. „Somit sollte uns Sebastian nur für zwei Wochen fehlen.“

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