Sport : Aus dem Spiel

Martin Max verlässt die Bundesliga – er will höchstens noch im Ausland spielen

Friedhard Teuffel

Berlin. Es ist nicht nur Frühjahrsmüdigkeit, es muss Fußballmüdigkeit sein. Martin Max mag nicht mehr spielen. 15 Jahre Bundesliga sind ihm genug. Das hat Max gestern seinen Verein FC Hansa Rostock wissen lassen. „Es geht nicht mehr. Ich fühle mich körperlich und mental müde“, hat der 35-Jährige gesagt. Sein Vertrag läuft zwar noch ein Jahr, aber Max will ihn nach dieser Saison auflösen.

In den letzten vier Spielen von Max wird den Rostockern sicher noch einmal bewusst, was sie an ihm haben. Der Stürmer hat ihnen nämlich eine neue Sorglosigkeit geschenkt. Dank seiner achtzehn Treffer steht der FC Hansa auf Platz neun der Bundesligatabelle und verbringt zum ersten Mal seit langem ein entspanntes Saisonfinale. Max ist für die Rostocker ein Glücksgriff, obwohl er davor schon so behandelt worden war, als hätte er das Toreschießen verlernt. Beim TSV 1860 München hatten ihn die sportlich Verantwortlichen aus Altersgründen abgeschoben.

Schon beim FC Schalke 04 hatte er sich 1999 nicht ausreichend gewürdigt gefühlt. Mit den Schalkern war er 1997 Uefa-PokalSieger geworden. Die Fans behandelten den nüchtern auftretenden Max aber allenfalls mit mildem Respekt. Als die Schalker 1999 noch den Dänen Ebbe Sand verpflichteten, wechselte Max zum TSV 1860 München und wurde zweimal Torschützenkönig der Bundesliga, 2000 mit 19 Toren und zwei Jahre später mit 18.

Die Rostocker schwärmen von ihm als einem sehr umgänglichen und teamfähigen Spieler. Sie wollen daher alles daransetzen, Max noch umzustimmen. „Wir finden uns mit der Endgültigkeit nicht ab“, sagte Manfred Wimmer, der Vorstandsvorsitzende des Fußballklubs.

Max will sich aber nicht einmal mit Rudi Völler unterhalten. Der Teamchef hat versucht, Max für die Europameisterschaft in Portugal zu gewinnen. Der derzeit erfolgreichste deutsche Stürmer hat sich aber schon vor zwei Jahren gegen das Nationalteam entschieden. Da hatte er als Torschützenkönig vergeblich auf eine dauerhafte Berufung gehofft. Er durfte im April 2002 gerade einmal acht Minuten gegen Argentinien spielen. Jetzt will er eben nicht mehr.

Die Überzeugungsversuche der Rostocker scheinen aussichtslos. „Für die Bundesliga ist die Entscheidung endgültig“, hat Max gesagt. Vorstellen könne er sich höchstens eine kleine Zugabe im Ausland, in Katar etwa, wo auch andere deutsche Spieler einen sportlichen Vorruhestand verbringen, Stefan Effenberg oder Mario Basler. Wenig Fußball für viel Geld, das könnte selbst der müde Max noch verkraften.

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