Sport : Aus dem untersten Regal

Eintracht Frankfurt muss ohne Stars auskommen – und ist Letzter

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Frankfurt (Main ) (Tsp). Die Verwunderung beim Blick auf die Tabelle hält sich in Grenzen. Letzter ist die Mannschaft, mit nur drei Siegen aus 17 Spielen. Heribert Bruchhagen bringt das nicht aus der Fassung. Der Kader, so hat der neue Chef beim FußballBundesligisten Eintracht Frankfurt, unlängst mal bemerkt, sei schließlich aus dem „untersten Regal“ zusammengestellt, die Erwartungen entsprechend niedrig. „Schauen Sie doch mal hin: Wir haben Spieler, die sich noch nie in der Ersten Liga behauptet haben“, sagt Trainer Willi Reimann. Der Mangel an Abgeklärtheit machte sich auch am letzten Spieltag des Jahres 2003 bei der 2:3-Heimniederlage gegen den Hamburger SV deutlich bemerkbar. Da hatte die Eintracht, nachdem sie einen 0:2-Rückstand innerhalb weniger Minuten wettgemacht hatte, alle psychologischen Vorteile auf ihrer Seite, kassierte aber fünf Minuten vor dem Ende das 2:3 und konnte dann in letzter Minute einen höchst fragwürdigen Foulelfmeter nicht mal mehr zu einem Punkt nutzen. HSV-Torwart Stefan Wächter wehrte den von Ervin Skela geschossenen Strafstoß ab.

Für die Eintracht rückt das Entrinnen vom letzten Tabellenplatz in weite Ferne, kommt doch im neuen Jahr als erstes Bayern München ins Waldstadion, dann muss die Elf bei Bayer Leverkusen antreten. Da wird es nur allzu verständlich, wenn Willi Reimann nach Verstärkungen ruft. „Wir brauchen vorn einen, der die Tore macht, und hinten einen, der souverän ist und Verantwortung übernimmt“, sagt der Trainer. Obwohl die Hessen finanziell reichlich klamm dastehen, findet Reimann bei Bruchhagen Gehör. Es ist schließlich Weihnachten, da darf sich jeder mal was wünschen. „Über Spielerverpflichtungen, die machbar sind und uns weiterhelfen, können wir reden. Aber wir brechen nichts übers Knie“, sagt Bruchhagen.

Völlig niedergeschlagen war nach dem Abpfiff am Dienstagabend Ervin Skela. Sein Tor zum 1:2-Anschluss hatte bei der Eintracht noch einmal Hoffnung auf einen guten Ausgang der Partie gegen den HSV geweckt, der Elfmeter-Fehlschuss des Albaners setzte den Schlusspunkt unter diese Hoffnungen. „Ich bin untröstlich“, stammelte Skela, um Entschuldigung bittend.

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