Sport : Aus der Spur auf die Piste

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Rodeln geht immer. Bob meistens. Es gibt anderthalb Wintersportarten, in denen die Deutschen zuverlässig siegen. Das ist ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi keine neue Erkenntnis, aber es ist eine kleine Konstante im Wintersport, in dem fast alle Sportarten aus deutscher Sicht mit Inkonstanz überraschten. Es zeichnet sich nach der Saison vor der großen Saison ab: Die Medaillen wird die Wintersportnation Deutschland in Russland wohl anders zählen müssen als vor drei Jahren. Die nächsten Spiele werden für das deutsche Team spannender als die 2010 in Vancouver.

Die großen Verlierer des Winters stehen nach den jüngsten Weltmeisterschaften fest. Im Biathlon und im Langlauf läuft immer weniger. Auch in einer anderen einstigen deutschen Domäne, dem Eisschnelllauf, gibt es einen Umbruch, und damit wohl erst einmal weniger Erfolge. Das Eishockeyteam der Männer, seit 1976 ohne Medaille, wird bei Olympia erstmals nicht mal dabei sein. Gewinner des Winters sind unter anderem die Kombinierer und die Skispringer, bei den Springern geht es langsam aufwärts. Vielleicht noch wichtiger aber ist, was sich auf den alpinen Pisten bewegt. Dort werden die Deutschen stärker, auch in den Trendsportarten wie Skicross oder Snowboard. Das zeigt vor allem eines: Der deutsche Wintersport wird jünger, nachvollziehbarer. Sicher, eine Goldmedaille von Rodeldauersieger Felix Loch ist schön, aber bei der Jugend würde ein Triumph von Amelie Kober mehr zählen. Schließlich fahren weit mehr Menschen auf einem Snowboard als auf einer Rodelbahn. Seite 16

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