Sport : Aus der Traum

Deutschlands Basketballer verlieren das dramatische WM-Halbfinale gegen Argentinien

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Von Matthias Krause

Indianapolis. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat den ganz großen Wurf bei der Weltmeisterschaft in Indianapolis knapp verpasst. In einem dramatischen Halbfinalspiel unterlag das Team von Bundestrainer Henrik Dettmann am Samstag vor 6000 Zuschauern im Conseco Fieldhouse der argentinischen Auswahl mit 80:86 (41:36). NBA-Profi Dirk Nowitzki war mit 24 Punkten bester Werfer, ihm folgten Ademola Okulaja (Malaga, 18) und Mithat Demirel (Alba Berlin, 17).

Spätestens seit ihrem Sieg gegen die USA in der Zwischenrunde gilt die argentinische Auswahl als Titelfavorit. Gleich vier Argentinier haben bei der WM durchschnittlich mehr als zehn Punkte erzielt, sechs Spieler mehr als acht Punkte im Schnitt. Wenn aus dem Kollektiv einer herausragt, dann ist es der Flügelspieler Emanuel Ginobili. Bislang bei Kinder Bologna in Italien tätig, wurde er im Sommer von den San Antonio Spurs gedraftet und wird in der kommenden Saison sein Geld in der nordamerikanischen Profiliga NBA verdienen. Er hat bei der WM bislang nicht nur durchschnittlich 16,9 Punkte erzielt, sondern auch 4,6 Pässe pro Spiel gespielt, die zu einem Korberfolg führten.

Im deutschen Team sind die Rollen klarer verteilt. NBA-Profi Dirk Nowitzki ist stets die erste Option im Angriff. Mit 163 Punkten nach sieben Spielen, 23,3 im Durchschnitt, ist er bislang der beste Scorer des Turniers. Auch im Halbfinale bot sich zunächst kein anderes Bild: Von der ersten Minute an suchten Aufbauspieler Mithat Demirel (Berlin) und seine Kollegen Nowitzki.

Der hatte jedoch gegen Ruben Wolkowyski, Fabricio Oberto und Hugo Sconochini, die abwechselnd seine Bewachung übernahmen, einen schweren Stand. Stets hauteng bewacht, fand Nowitzki keine offenen Würfe und versuchte, sein Glück zu zwingen. Das gelang jedoch selten, allein im ersten Viertel fanden nur zwei seiner neun Versuche aus dem Feld das Ziel.

Die Argentinier aber hatten lange Zeit die größeren Probleme. Ginobili verstauchte sich nach einem Fernwurf den Knöchel und schied aus. Der Schock über die Verletzung Ginobilis hielt jedoch nicht lange an, die Intensität der argentinischen Verteidigung ließ keine Sekunde nach. Die Deutschen verfielen dagegen immer öfter in Einzelaktionen – mit mangelhaftem Erfolg. Die Fehlerquote auf beiden Seiten blieb hoch, und weiterhin hatte Dettmans große Probleme, den Ball unter den Korb zu spielen. Dafür trafen jetzt Marko Pesic und Mithat Demirel aus der Distanz.

Als das Spiel in die entscheidende Phase ging, beim 78:78 eine Minute und 15 Sekunden vor dem Ende, scheiterten sowohl Nowitzki mit einem Drei-Punkte-Wurf als auch Okulaja mit einem Dunking-Versuch. Vor allem der argentinische Distanzwerfer Hugo Sconochini (18) und der von der deutschen Deckung oft vernachlässigte Center Fabricio Oberto (16) punkteten nun immer besser. Als dann Demirel kurz vor Schluss den Ball nicht im Korb unterbringen konnte, war die Niederlage besiegelt.

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