Sport : Aus eigener Kraft

Hansa Rostock kämpft sich beim 3:1 gegen Schalke zurück

-

Rostock (dpa). Es sah lange Zeit so aus, als würde es für den FC Hansa Rostock auch in diesem Jahr wieder so werden wie in fast allen Jahren zuvor: Abstiegskampf bis zum Schluss. 1:0 führte der FC Schalke 04 durch ein Tor von Gustavo Varelo aus der Anfangsphase, doch dann drehten die abstiegskampferprobten Rostocker das Spiel noch. 3:1 hieß es am Ende, Hansa hat jetzt 38 Punkte, liegt auf Platz elf. Doch die guten Zahlen trügen ein wenig. In Sicherheit sind die Rostocker noch lange nicht. So eng ist es im Abstiegskampf der FußballBundesliga selten gewesen. Sollten die Rostocker am kommenden Wochenende in Mönchengladbach mit zwei Toren Unterschied verlieren, ziehen die Borussen an ihnen vorbei.

Der Sieg gegen die Schalker wurde durch die Gelb-Rote Karte gegen Tomasz Hajto begünstigt, der zehn Minuten nach der Pause vom Feld musste. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste noch. Durch Tore von Rade Prica, Magnus Arvidsson und den von Rene Rydlewicz verwandelten Foulelfmeter kippten die Rostocker das Spiel.

„Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns, denn Leverkusen hat auch gewonnen“, sagte Rostocks Torschütze Arvidsson, der nach seinem Treffer zum 2:1 auch den Elfmeter herausgeholt hatte. Schalkes Trainer Marc Wilmots sah den Knackpunkt des Spiels im Platzverweis gegen Hajto: „Wir haben uns das Spiel durch die Gelb-Rote Karte selbst kaputt gemacht.“ Nach der zweiten Niederlage hintereinander wirkte auch der nicht fehlerlose Frank Rost angefressen: „Wir haben in der zweiten Halbzeit alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Jetzt müssen wir retten, was zu retten ist.“

Obwohl sich Rostock in der ersten Halbzeit Chancenvorteile erarbeitete, sprang zunächst nichts Zählbares heraus. Die Schalker waren effektiver und erzielten mit ihrer ersten Möglichkeit das 1:0. Jörg Böhme, der trotz eines Pferdekusses in der Wade spielte, zirkelte einen Freistoß aus halbrechter Position in den Rostocker Strafraum. Varela hechtete in den Ball und köpfte ihn unhaltbar für Mathias Schober ins Tor. Es war das vierte Saisontor für den Spieler aus Uruguay.

Hansa, das zum ersten Mal in dieser Saison einen 0:1-Rückstand in einen Sieg umwandeln konnte, wehrte sich verbissen. Prica tauchte frei vor Rost auf, zirkelte den Ball aus 14 Metern aber über die Latte (25.). Die Rostocker blieben spielbestimmend und mobilisierten in Überzahl die größeren Reserven. Zunächst setzte Delano Hill einen Kopfball an den Pfosten (47.). Danach erkannte der schwache Schiedsrichter Wolfgang Stark ein Tor von Prica wegen angeblicher Abseitsstellung nicht an (60.).

Im dritten Versuch war der schwedische Stürmer erfolgreich. Nach Flanke von Markus Lantz war er vor dem herauseilenden Rost am Ball und köpfte den 1:1-Ausgleich. Ebenfalls per Kopf erzielte sein Landsmann Arvidsson das erlösende und hochverdiente 2:1. Für den eingewechselten Schweden war es das erste Tor in dieser Saison. Rydlewicz setzte mit seinem Tor vom Elfmeterpunkt den Schlusspunkt. „Wir haben alles selbst in der Hand und können es aus eigener Kraft schaffen“, sagte Hansas Trainer Armin Veh.

0 Kommentare

Neuester Kommentar