Aus im Uefa-Cup : Hertha scheitert in Piräus

Das Rumpfteam von Hertha BSC ist im Sturm von Piräus gestrandet und darf nicht im Uefa-Cup überwintern. Trotz einer couragierten Vorstellung verloren die Berliner beim griechischen Rekordmeister deutlich.

Robert Semmler[dpa]
Hertha Piräus
Herthas Pal Dardai im Zweikampf. -Foto: dpa

PiräusHertha BSC hat das letzte Gruppenspiel beim griechischen Fußball-Rekordmeister Olympiakos Piräus mit 0:4 (0:0) verloren. Der Brasilianer Dudu (54. Minute) mit einem Kopfball, der Argentinier Luciano Galletti per Strafstoß (67.), VassilisTorosidis (86.) und Diogo (89.) machten für Olympiakos den Sprung in die K.o.-Runde perfekt. Der neunte Europapokal-Heimsieg der Griechen in Serie war dank der Steigerung nach der Pause verdient, fiel aber zu hoch aus.

Nach der deftigen Niederlage verließen die Profis des Bundesliga-Dritten den Platz mit hängenden Köpfen. Denn vor der Pause bot die Mannschaft von Trainer Lucien Favre eine überzeugende Leistung - nur das Tor fehlte. Favre musste nicht nur auf seine Langzeitverletzten, sondern auch auf Stürmer Andrej Woronin (Grippe), Mittelfeld-Organisator Gojko Kacar (Knieprellung) und Innenverteidiger Josip Simunic (Muskelverhärtung) verzichten. Und auf der Bank hatte der Schweizer kaum Alternativen.

Dennoch ließ sich Hertha von den 33.000 Zuschauern und der legendären Heimstärke der Griechen eine Halbzeit lang überhaupt nicht beeindrucken, legte munter los und hätte schon nach zehn Minuten 2:1 führen müssen. Doch Pal Dardai (3. Minute) und Marko Pantelic (10.) vergaben "todsichere" Chancen: Der Ungar scheiterte alleinstehend vor Piräus-Keeper Antonis Nikopolidis, der Torjäger aus Serbien traf nach einem Abpraller mit seinem schwachen linken Fuß das leere Tor nicht. Zuvor hatte sich der überragende Raffael sehr gut in Szene gesetzt. Auch bei der zweiten Chance des Brasilianer war Ex-Europameister Nikopolidis auf der Hut (39.).

Ausschreitungen in der Nähe des Mannschaftshotels

Auf der Gegenseite rettete Marc Stein nach einer turbulenten Schuss-Serie auf der Linie (5.). Der Argentinier Fernando Belluschi vergab die Führung für den in der Abwehr unsicheren griechischen Rekordmeister (13.), der die letzten acht Heimspiele im Europapokal gewonnen hat. Kaka klärte im letzten Moment vor dem einschussbereiten Beluschi (42.). Der Elfmeter für Piräus war dagegen geschenkt, denn Dudu fiel nach einem harmlosen "Zupfer" von Steve von Bergen wie ein Baum.

Die Berliner, die einen Sieg zum Einzug in die nächste Runde gebraucht hätten, boten Olympiakos fast eine Stunde lang Paroli. Auch von den oft hektischen Angriffsattacken der Griechen ließen sich die Blau-Weißen nicht aus der Ruhe bringen. Genau wie Stunden zuvor beim Mittagsschläfchen, obwohl es in der Nähe des Mannschaftshotels der Berliner Ausschreitungen gab. Die Polizei musste Tränengas einsetzen.

Hertha-Torhüter Jaroslav Drobny, der von 2001 bis 2005 für Panionios Athen gespielt hatte, wurde mehrfach geprüft und verhinderte gegen die immer stärker werdenden Griechen eine höhere Niederlage. Und der eingewechselte Waleri Domowtschijski vergab die fast hundertprozentige Chance zum Ehrentreffer (78.).

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