Sport : Aus keins mach zwei

Hertha BSC blieb bei der Stürmersuche vor dem Bundesligastart erfolglos – jetzt sollen zwei Altbekannte sich die Arbeit teilen

Mathias Klappenbach

Berlin - Das 17:0 kam gerade richtig. „Es war gut für unser Selbstbewusstsein, noch einmal einen Gegner so richtig zusammenzuschießen“, sagte Herthas Trainer Falko Götz über den Sieg seiner Mannschaft gegen den Siebtligisten Eintracht Königs Wusterhausen. „Wir haben schöne Flanken geschlagen, und unsere Stürmer haben die Chancen genutzt, viele schöne Tore zu machen.“ Zehn Treffer erzielten Herthas nominelle Angreifer Nando Rafael, Artur Wichniarek, Ashkan Dejagah (je drei) und Solomon Okoronkwo am Dienstagabend.

Normalerweise erfüllen solche Testspiele gegen unterklassige Gegner den Zweck einer Trainingseinheit unter wettbewerbsähnlichen Bedingungen. Doch das Spiel gegen Königs Wusterhausen war mehr als eine Spielsimulation, es war laut Götz „auch vom System her ein echter Test“.

Da Hertha den gesuchten Stürmer, der zehn bis fünfzehn Treffer pro Bundesligasaison garantieren soll, noch immer nicht verpflichtet hat, streiten die vier Angreifer, die gegen Königs Wusterhausen trafen, um den Platz im Sturmzentrum der Berliner beim Bundesligaauftakt am Samstag bei Hannover 96. Oder um die beiden Plätze, denn Falko Götz erwägt eine Änderung seines Systems aus der vergangenen Saison.

Götz ließ hinter der einzigen „echten“Sturmspitze variabel mit fünf Mittelfeldakteuren spielen. Zum einen wegen der individuellen Klasse von Herthas Mittelfeldspielern, zum anderen, weil den zur Verfügung stehenden Angreifern eben die Klasse fehlte.

Nun will Götz in Hannover von Beginn an zwei der Stürmer einsetzen, die in der vergangenen Saison gar nicht oder nur teilweise überzeugen konnten: Artur Wichniarek und Nando Rafael. „Die beiden harmonieren gut miteinander“, sagt Götz. Viel Auswahl hat der Trainer ohnehin nicht. Der 19-jährige Dejagah und der 18-jährige Okoronkwo sind noch unerfahren, zudem wartet der Nigerianer Okoronkwo weiter auf den internationalen Freigabeschein seines Landesverbandes, vorher darf er nicht in der Bundesliga eingesetzt werden.

Das System wird auch deshalb geändert, weil Yildiray Bastürk im offensiven Mittelfeld ausfallen wird. Der Türke kann sein Knie nach einem Innenbandanriss noch nicht wieder voll belasten. Auch vor einem Jahr fehlte er zum Auftakt verletzt. Bastürk spielte am siebten Spieltag zum ersten Mal, danach agierte Hertha in der ganzen Saison nur noch einmal mit zwei gelernten Stürmern von Anfang an. In den ersten sechs Spielen ohne Bastürk lief Hertha hingegen viermal mit zwei Stürmern auf. Und gewann keins davon.

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