Sport : Ausgeruht gegen aufgeblüht

Manchester United kann die englische Meisterschaft heute gegen Chelsea entscheiden – oder verspielen

Zweigestirn. Im Hinspiel gerieten Manchesters Nani (rechts) und Chelseas Branislav Ivanovic aneinander. Foto: Reuters
Zweigestirn. Im Hinspiel gerieten Manchesters Nani (rechts) und Chelseas Branislav Ivanovic aneinander. Foto: ReutersFoto: REUTERS

London - Es ist die Phase der Saison, die auf der Insel salopp „Fergie-Time“ genannt wird. Manchester Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson ist eben erst so richtig in seinem Element, wenn die wirklich wichtigen Spiele anstehen. Vier Tage nach dem 4:1-Sieg gegen Schalke 04 und dem Einzug ins Champions-League-Finale will Ferguson mit seinem Team am Sonntag gegen den FC Chelsea (16.55 Uhr, live bei Sky) den entscheidenden Schritt zum 19. Titel machen. „Wenn wir gegen Chelsea gewinnen, werden wir Meister“, sagt Ferguson.

Manchester hat drei Spiele vor Saisonende drei Punkte Vorsprung auf die Londoner. Darum würde Fergusons Mannschaft heute in Old Trafford schon ein Unentschieden auf dem Weg zum Titel weiterhelfen. Doch Routinier Ryan Giggs warnt davor, zu abwartend zu spielen. „Das wäre gefährlich“, sagte der 37-Jährige, „Chelsea kann jederzeit Tore schießen. Wir müssen rausgehen und angreifen, so wie Manchester United es zu Hause immer macht. Unser Publikum lässt gar nichts anderes zu.“ Ferguson verspricht „ein fantastisches Spiel“. Nicht umsonst hatte der 69-Jährige beim lockeren 4:1 gegen Schalke am Mittwoch fast die gesamte Stammelf geschont. „In der heißen Phase ist es unheimlich wichtig, frische Spieler zu haben“, sagt er. Mittelfeldspieler Nani glaubt dazu, dass sein Team nach den zwei Siegen gegen Chelsea im Viertelfinale der Champions League einen „psychologischen Vorteil“ habe.

Selbst ein ausgeruhtes, selbstbewusstes United in Starbesetzung wird es gegen die zuletzt wieder zu alter Stärke zurückgekehrten Londoner jedoch nicht leicht haben. „Sie sind derzeit in bestechender Form“, sagt Giggs. Mit sieben Siegen in den vergangenen acht Spielen ist das Team von Trainer Carlo Ancelotti dicht an den Tabellenführer heran gerückt. Vor dem Hinspiel in Chelsea am 1. März, das die Gastgeber 2:1 gewannen, hatte United noch mit 15 Punkten in Front gelegen.

Mit Spannung wird erwartet, ob Ancelotti den bisher nur einmal erfolgreichen 59-Millionen-Euro-Stürmer Fernando Torres einsetzt oder auf den Ivorer Didier Drogba vertraut. Eine Niederlage am Sonntag könnte die Entlassung des 51-Jährigen am Saisonende zur Folge haben. Berichte, wonach er für die folgende Spielzeit schon beim AS Rom unterschrieben habe, dementierte Ancelotti: „Ich werde nächstes Jahr nicht in Italien trainieren, das kann ich garantieren.“ dpa

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