Sport : Ausgerutscht in Augsburg

Die Eisbären unterliegen den Panthern mit 0:3 und verlieren als Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga an Vorsprung

Ulrich Gerhardt

Augsburg. Es war eine Niederlage, die beim EHC Eisbären aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht eingeplant war. Ausgerechnet beim Tabellenzwölften, den Augsburger Panthern, verließ der souveräne Tabellenführer aus Berlin nach einer enttäuschenden Vorstellung das Eis als Verlierer. Die Eisbären mussten sich den Schwaben mit 0:3 (0:0, 0:1, 0:2) geschlagen geben. Damit haben die Berliner nun im Tableau nur noch sechs Punkte Vorsprung auf die Mannheimer Adler. Der Verfolger der Berliner setzte sich gestern mit 5:4 nach Penaltyschießen gegen die Frankfurt Lions durch.

Vielleicht steckte den Spielern von Trainer Pierre Pagé noch die 4:5-Heimniederlage vom Freitag gegen Mannheim in den Knochen. Einen so schwachen Eindruck wie am Sonntag im Curt-Frenzel-Stadion haben die Berliner jedenfalls in dieser Saison selten hinterlassen. Von Beginn an wollte bei den Eisbären nichts zusammenlaufen, die Berliner hatten Glück, dass wenigstens ihr Torhüter Richard Shulmistra einen guten Tag erwischt hatte, sodass sie im ersten Drittel ein 0:0 halten konnten.

Der zweite Abschnitt begann mit einer Boxeinlage von Eisbären-Stürmer John Emmons und dem Augsburger Reid Simonton. Beide Spieler wurden vom Schiedsrichter mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine geschickt. Darüber regten sich die Augsburger Fans noch kräftig auf, doch schon in der 27. Minute war Heiterkeit auf den Rängen angesagt: Greg Leeb hatte bei Augsburger Überzahl zum 1:0 für die Panther getroffen. In der Folgezeit schien es so, als hätten die Schwaben einen Mann mehr auf dem Eis – ob sie nun im Powerplay waren oder nicht. Im zweiten Drittel gelang den Berlinern nur ein einziger Schuss auf das Tor von Augsburgs Keeper Magnus Eriksson.

Die Schwaben hatten im Schlussabschnitt wenig Mühe mit den resignierenden Eisbären. Nach 46 Minuten fälschte Duane Moeser einen Schuss von Leeb unhaltbar für Shulmistra zum 2:0 ab. Kurze Zeit später vergab Mark Kosick die größte Berliner Torchance, als er den Puck aus eineinhalb Meter Entfernung nicht im leeren Augsburger Tor unterbringen konnte.

Danach wurden die Voraussetzungen für eine Wende aus Sicht der Eisbären immer schlechter: Mark Beaufait erhielt nach einem Stockschlag eine Spieldauerstrafe und musste somit wie Emmons vorzeitig vom Eis. Zusätzlich verbüßte Kelly Fairchild eine zehnminütige Disziplinarstrafe auf der Bank, so dass den Eisbären in den letzten zehn Minuten nur noch sieben Stürmer zur Verfügung standen. Die Augsburger gingen mit dem geschwächten Gegner gnädig um: Drei Minuten vor Schluss schoss Shawn Carter nach Vorlage von Moeser noch das 3:0 für Augsburg, dabei blieb es.

Pierre Pagé war nach der Schlusssirene enttäuscht von seiner Mannschaft. „Wir hatten zu viel disziplinarische Probleme“, sagte der Eisbären-Trainer. „Wenn wir so spielen, werden wir die Meisterschaft nicht gewinnen. Aber natürlich geben wir jetzt nicht auf. Wir müssen besser werden, schließlich wollen wir den ersten Platz bis zum Ende der Hauptrunde verteidigen.“

Dazu scheint nun für die Eisbären am Freitag beim Spiel gegen den ERC Ingolstadt ein Sieg unbedingt nötig. Einfach wird das Spiel gegen die nach dem Trainerwechsel – bei Ingolstadt steht der ehemalige Trainer und Manager der Berlin Capitals, Olle Öst, hinter der Bande – zweimal siegreichen Bayern nicht. Denn bei der Aufstellung seines Teams dürfte Trainer Pagé Probleme bekommen. Am Freitag sind bei den Eisbären die US-Amerikaner John Emmons und Mark Beaufait nach ihren schlagfertigen Auftritten in Augsburg gesperrt. Zudem wird Steve Walker (Leistenprobleme) – wie schon gestern – nicht auflaufen können. Das Comeback von Kapitän John Gruden (Schulterverletzung) ist unsicher.

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