Sport : Ausgerutscht

Auf Schneeboden unterliegt der 1. FC Union in Cottbus 1:2

Karsten Doneck

Cottbus. Die Fußballfans in der Lausitz maßen dem Thema seit Wochen fast schon existenzielle Bedeutung bei. Bleibt er oder bleibt er nicht? In Cottbus und Umgebung kann Beruhigung eintreten. Trainer Eduard Geyer hat gestern unmittelbar vor dem Zweitligaduell gegen den 1. FC Union allen Spekulationen ein Ende bereitet. Er kündigte an, seinen im Juni auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen, spätestens in 14 Tagen. Ende der Diskussion. Es ist nicht mal unwahrscheinlich, dass Geyer nächste Saison wieder einen Erstligisten trainiert. Die Cottbuser unterstrichen mit dem 2:1 (1:0)-Sieg über Union vor 12 660 Zuschauern im Stadion der Freundschaft jedenfalls ihre Aufstiegsambitionen.

Eine Viertelstunde vor Beginn setzte derart heftiges Schneetreiben ein, dass die Sicht vom einen Strafraum kaum bis zum anderen reichte. Beim Anstoß hatten die 22 Spieler dann zwar wieder freie Sicht, bewegten sich aber auf weißem, sehr rutschigen Geläuf. Einen vernünftigen Kombinationsfluss ließen die Bodenverhältnisse auf beiden Seiten nicht zu. Die Akteure verlegten sich also aufs Kämpferische. Und da erlangte keine Mannschaft ein nennenswertes Übergewicht.

1:1 – so lautete das Chancenverhältnis nach einer Viertelstunde und 0:0 der Spielstand, als die Cottbuser ihren ersten Eckball zugesprochen bekamen. Reghecampf brachte den Ball von der rechten Seite herein, in Höhe des kurzen Pfostens kam im Fünfmeterraum der US-Amerikaner Gregg Berhalter ziemlich unbedrängt mit dem Kopf an den Ball und ließ Torwart Wulnikowski keine Möglichkeit zur Abwehr. Berhalter traf später noch ein zweites Mal. Da lenkte er allerdings einen Freistoß von Unions Frederik Page zum 1:2-Anschlusstreffer der Gäste ins eigene Netz (71.). Zuvor meinten die Cottbuser mit dem 2:0 durch Jiri Kaufmann (66.) schon für klare Verhältnisse gesorgt zu haben. Die Schlussphase blieb aber jederzeit spannend, obwohl Union, angefeuert von rund 2500 mitgereisten Fans, keine klare Chance mehr herausarbeitete.

Union machte vieles richtig, aber wenn das Mittelfeld bei den lang nach vorne geschlagenen Bällen nicht schnell genug nachrückte, dann standen die Stürmer oft auf verlorenem Posten. Zumindest Salif Keita hatte frühzeitig die Führung für die Köpenicker auf dem Fuß, als er flinken Fußes auf das Cottbuser Tor zustrebte.

Unions Angriffsspiel kam auch deshalb nicht richtig auf Touren, weil Steffen Baumgart, mit bisher sechs Saisontreffern der beste Torschütze der Mannschaft, viel zu stark in die Defensive eingebunden war. Auf der rechten Abwehrseite musste Baumgart alles dafür tun, die Vorstöße von Zsolt Löw und vom ehemaligen Unioner Ronny Nikol abzublocken. Sein Debüt in einem Pflichtspiel gab bei Union der Slowake Tomas Brusko. Vom Mann mit der Nummer 22 gingen jedoch keine entscheidenden Impulse aus.

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