Sport : Ausgeschlafen zur Medaille Lange/Kuske holen Silber bei der Bob-WM

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Calgary Am Ende musste André Lange erkennen, dass es auch im Bobsport einen Heimvorteil gibt. Am Samstagabend musste sich der Oberhofer dem Kanadier Pierre Lueders geschlagen geben, weil der die im Schneegestöber nur schwer einsehbare WM-Bahn von Calgary einfach besser kennt. Lange und seinem Anschieber Kevin Kuske fehlten 14 Hunderstelsekunden zum zweiten Zweierbob-Weltmeistertitel nach 2003. Dritter wurde der Schweizer Weltcup-Gesamtsieger Martin Annen. Der Winterberger René Spies und sein Bremser Franz Sagmeister landeten auf Rang fünf.

„Wir müssen nicht hadern, sondern sind sehr zufrieden. Pierre war in vier konstanten Läufen einfach der Beste“, sagte Lange. Nach einer Fußoperation, einer schweren Viruserkrankung und Materialproblemen hatte ohnehin niemand damit gerechnet, dass Lange überhaupt eine Medaille holen würde. Nun will er im Viererbob noch eine Stufe höher auf das Podest klettern. „Viele haben uns nach der verflixten Saison schon abgeschrieben, das könnte unser Vorteil sein“, sagte Lange.

Nach Platz sechs im ersten Lauf verbesserten sich Lange/Kuske von Lauf zu Lauf. „Eine Mütze voll Schlaf“ habe ihm nach der verspäteten Anreise wieder Kraft gegeben, verriet Kuske. „Meine Knochen waren noch müde, daher hatten wir am ersten Tag zu viel Rückstand am Start.“ Im vierten Lauf fuhren die beiden sogar Bestzeit, doch der Abstand auf Lueders war nicht mehr aufzuholen. Bei dichtem Schneefall und minus zwölf Grad nutzte der Kanadier seinen Heimvorteil.

Seinen Material-Vorteil hingegen konnte René Spies nicht nutzen. Im geleasten Schlitten von Zweierbob-Olympiasieger Christoph Langen schockte er im ersten Durchgang die Konkurrenz zwar mit der besten Laufzeit (54,64 Sekunden) überhaupt. Doch wegen schlechter Startleistungen und einem groben Fahrfehler im zweiten Lauf reichte es am Ende nur zu Platz fünf. „Ich bin total frustriert. Wir fahren die mit Abstand schnellsten Geschwindigkeiten, doch mit diesen Startzeiten kann man keine Medaille gewinnen“, sagte der EM-Zweite, der auf Grund einer Rückenverletzung nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. „Aber wenn ich wieder fit bin, fahren wir ganz vorne mit.“ dpa

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