Sport : Ausgespielte Abwehr

Ohne Simunic fehlt van Burik ein Partner bei Hertha

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Gestern Nachmittag bekamen die gut 100 Zuschauer beim Training von Hertha BSC etwas Seltenes zu sehen: Die Abwehrspieler Josip Simunic und Dick van Burik trainierten gemeinsam auf dem Schenckendorffplatz. Das gab es in dieser Saison nicht allzu häufig – und wird es auch in Zukunft nicht mehr oft geben. Simunic wird Hertha wohl verlassen. „Er ist der einzige Abgang, der wirklich schwierig zu ersetzen ist“, sagte Manager Dieter Hoeneß gestern.

Doch es ist nicht allein Simunic, der fehlen wird, es ist vor allem die kaum ersetzbare „Simunicvanburikinnenverteidigung“. Beim 1:5 gegen Bayer Leverkusen am Dienstag fehlten beide. Arne Friedrich und Malik Fathi, die im Normalfall die rechte beziehungsweise linke Außenbahn besetzen, wurden nach innen gezogen. „Sie sollten sich gegen Berbatow stellen“, sagte Trainer Falko Götz. Dimitar Berbatow aber setzte sich in der ersten Halbzeit zweimal entscheidend durch – gegen Friedrich und Fathi.

Während Herthas Krise mit 13 Spielen in Folge ohne Sieg stand Simunic keine Minute auf dem Feld. „Da haben wir ihn sehr vermisst“, sagte Hoeneß. Van Burik fehlte zu dieser Zeit phasenweise. Von Herthas 44 Pflichtspielen dieser Saison bestritten van Burik und Simunic wegen diverser Verletzungen nur 17 gemeinsam. In zehn dieser Fälle kassierte Hertha kein Gegentor.

Während der vergangenen Saison waren der 28-jährige Simunic und der 32-jährige van Burik noch nicht so verletzungsanfällig – und Hertha stellte mit nur 31 Gegentoren die beste Abwehr der Bundesliga. „Gemeinsam sind die beiden Gold wert“, sagte Friedrich. 1997 kam van Burik zu Hertha, drei Jahre später folgte Simunic. Ihr Zusammenspiel ist über die Jahre gereift. Inzwischen sind sie zum Herzstück der Hintermannschaft und bedeutenden Führungsspielern geworden. Der im Sommer auslaufende Vertrag mit van Burik soll in den kommenden Tagen verlängert werden.

Für die Begegnung mit dem Hamburger SV am Samstag ist der Einsatz von van Burik und Simunic noch ungewiss. Gestern absolvierten beide gemeinsam verschiedene Belastungstests. Erst kurz vor dem Spiel soll aber endgültig über ihren Einsatz entschieden werden. Van Burik leidet noch immer unter seinem vor knapp zwei Wochen erlittenen Muskelfaserriss, Simunic laboriert an einer Mittelfußprellung. „Ich denke, dass ich spielen werde“, sagte van Burik gestern Nachmittag. „Am liebsten natürlich noch einmal mit Joe.“

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