Auslaufen mit Lüdecke : Spanischer Kletzensepp

Nach der ersten Saisonniederlage des FC Bayern: Seehofer und Söder nehmen Guardiola in die Zange, Rajoy entschuldigt sich - und in Wolfsburg bei VW wird zeitgleich das Sondermodell „Bas Dost“ vorgestellt. Eine Glosse.

Frank Lüdecke
Pep Guardiola zuckte kurz, dann sank sein Körper ohnmächtig zu Boden.
Pep Guardiola zuckte kurz, dann sank sein Körper ohnmächtig zu Boden.Foto: Imago

Noch bis früh in den Samstagmorgen brannte das Licht in der bayerischen Staatskanzlei. Pep Guardiolas Stirn glänzte. Nach dem Abpfiff war er noch vor der Kabine abgefangen und in einem Hubschrauber nach München geflogen worden. Ministerpräsident Seehofer und Markus Söder führten nun die Verhandlung. Eigentlich mögen sich die beiden nicht besonders, aber das spielte jetzt keine Rolle. Bayern München hatte ein Spiel verloren. Das erste in dieser Saison.

Söder ließ sich noch ein Dunkles bringen. Dann zitierte er die Online-Ausgabe der „Süddeutschen“. Man wisse jetzt wenigstens, stand da, dass die Münchener eben doch Menschen seien und keine Maschinen. Seehofer war außer sich! Waaaas?! Brüllte er. Robben, Alonso, Schweinsteiger – keine Maschinen? Doch, doch, natürlich, besänftigte Guardiola. Alles Maschinen. Aber es sei versäumt worden, nach dem Wintertrainingslager im warmen Katar das Sommeröl zu wechseln. „Wirr chaben verrgessen“, gab sich der Spanier kleinlaut. „Schlamperei! Haggod saggra!“, pöbelte Seehofer.

Um 3 Uhr 30 das Telefon: Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy entschuldigt sich nachdrücklich für die Leistung seines Landsmannes. Das immerhin.

Söder erklärt dem Meistertrainer die taktischen Versäumnisse

Nun wollte der bayerische Ministerpräsident wissen, wieso der Spanier Götze so spät gebracht hatte. „Wieee-soooo- Göö-tzeee-sooo-spääät?!“ Guardiola rutschte nervös auf seinem Stuhl hin und her. Dann brach es aus ihm heraus: „Jaaaa! Ichhh chaben Vehlerr gemacht! Hätte ichhh Götze frrüherr brringen mühssen! Ist meine Chuld, alles.“

An einer Multifunktionstafel erklärte Söder dem Meistertrainer die taktischen Versäumnisse: „Die pressen mit zwei Offensiven auf der Doppelsechs und du erlaubst Alaba und Schweinsteiger als Achter Vertikalsprints bis ins Sturmzentrum?“ „Ja, ichhhh...“, stammelte der Spanier. Seehofer schlug mit der Faust auf den Tisch. „Wir sind konteranfällig, du Kletzensepp!“ Guardiola zuckte kurz, dann sank sein Körper ohnmächtig zu Boden. Sicherheitsbeamte schleiften ihn aus dem Raum und brachten ihn in die Vollzugsanstalt Landsberg, wo noch eine zweistündige Unterredung mit einem Vereinsmitglied folgen sollte.

Allofs sondiert einen Wechsel von Neymar zum VfL Wolfsburg

Anders die Situation in Wolfsburg. Noch am frühen Morgen wurde während einer Spontanfeier in der VW-Firmenzentrale das Sondermodell „Bas Dost“ vorgestellt, das nur in einer grün-weißen Sonderlackierung zu haben sein wird. Weitere Details gingen im allgemeinen Trubel unter. Die Spieler tanzten ausgelassen Polonaise zu den feurigen Rhythmen Helene Fischers. VW-Chef Winterkorn kündigte an, die Ablösesumme für André Schürrle von Chelsea noch mal auf 40 Millionen zu erhöhen. Auch der Name Marco Reus schwirrte durch den Raum. Aus einer Sektlaune heraus schenkte der VW-Chef dem Trainer noch einen Touareg. Ich hab’ doch schon zwei, lachte Dieter Hecking. Gegen sechs verließen die letzten das Firmengelände. Nur einer hatte gefehlt. VfL-Manager Klaus Allofs war direkt nach dem Schlusspfiff nach Barcelona geflogen. Er sondiert dort einen Wechsel von Neymar in die niedersächsische Metropole.

Fazit: Alles in allem ein toller Rückrundenauftakt. Nur noch acht Punkte Vorsprung für Bayern. Die Liga ist wieder richtig spannend geworden. Da sind sich die Experten sicher.

Der Berliner Kabarettist Frank Lüdecke schreibt hier jeden Montag über die Fußball-Bundesliga.

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