Ausschreitungen beim Afrika-Cup : Skandalspiel in Äquatorialguinea

Das Halbfinale des Afrika-Cups zwischen Ghana und Gastgeber Äquatorialguinea wird überschattet von Krawallen der Heimfans. Die Polizei greift brutal ein.

Andrew Ayew setzt sich mit Ghana gegen Äquatorialguinea durch. Doch was sich neben dem Platz abspielte, war skandalös
Andrew Ayew setzt sich mit Ghana gegen Äquatorialguinea durch. Doch was sich neben dem Platz abspielte, war skandalösFoto: AFP

Das Ergebnis hat am Ende kaum jemanden mehr interessiert. Ghana erreichte durch ein 3:0 (2:0) gegen Äquatorialguinea das Endspiel des Afrika-Cups. Doch nicht der Erfolg der Westafrikaner wird von dieser Partie in Erinnerung bleiben, sondern die chaotischen Ereignisse kurz vor Ende des Halbfinals in Malabo. Denn das Spiel musste wegen Ausschreitungen der Fans des Gastgebers fast eine halbe Stunde unterbrochen werden.

Neun Minuten vor Ende der Spielzeit stand die Partie vor dem Abbruch. Zahlreiche Fans aus Ghana hatten sich in den Innenraum des Stadions geflüchtet, um sich vor Wurfgeschossen der Heimfans in Sicherheit zu bringen. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel. Ein Hubschrauber schwebte wenige Meter über dem Spielfeld. Angeblich setzte die Polizei außerhalb der Arena Tränengas ein, wo die Tumulte laut Medienberichten weitergingen.

Erst als die Ghana-Fans von Sicherheitskräften aus dem Innenraum geführt worden waren, konnte das Spiel in einem mittlerweile fast leeren Stadion beendet werden. Allerdings ließ der Schiedsrichter nur noch drei Minuten spielen, statt der eigentlich noch zu absolvierenden neun Minuten. Schon vor der Halbzeitpause hatten Zuschauer immer wieder Gegenstände - hauptsächlich Plastikflaschen - Richtung Spielfeld geworfen. Die Ghanaer konnten nur unter Polizeischutz in die Kabine. Bereits bei dem von einem skandalösen Elfmeterpfiff begleiteten 2:1 nach Verlängerung im Viertelfinale der Gastgeber gegen Tunesien hatte die Polizei die Spieler des Gästeteams schützen müssen.

Im Endspiel am Sonntag kommt es zu einer Neuauflage der Partie von 1992, als die Elfenbeinküste in einer dramatischen Begegnung mit 11:10 im Elfmeterschießen gewann. Seitdem konnte keines der beiden Topteams des Kontinents mehr den Afrika-Cup gewinnen. Ghana stand zuletzt 2010 im Finale, unterlag aber Ägypten (0:1). Der letzte Titel der Black Stars liegt bereits 33 Jahre zurück.

Gegen Äquatorialguinea war die Mannschaft des Trainers Avram Grant überlegen, musste aber bis kurz vor der Pause auf einen Treffer warten. Als Torwart Felipe Ovono Appiah von den Beinen holte, ließ sich Jordan Ayew die Elfmeter-Chance nicht nehmen und traf zum 1:0 in der 42. Minute. Kurz darauf spielte Ghana einen sehenswerten Konter. Mubaraka Wakaso schoss mit links ein. Andre Ayew setzte mit seinem Tor den sportlichen Schlusspunkt. Doch kurz danach begannen die skandalösen Krawalle und die äußerst harte Reaktion der Sicherheitskräfte. (dpa)

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