Sport : Außenminister wirbt für Leichtathleten

Friedhard Teuffel

Berlin - Gestern hat für die deutsche Leichtathletik ein besonderes Projekt begonnen. Man könnte es das Projekt 500 000 nennen. Es geht darum, für die WM 2009 im Berliner Olympiastadion insgesamt 500 000 Tickets zu verkaufen. Nachdem bei der WM in Osaka vor einem Monat das Stadion nur zur Hälfte besetzt war und für das Weltfinale in Stuttgart nicht mal die Hälfte der Karten verkauft worden war, wissen die Berliner WM-Organisatoren, wie schwer ihr Vorhaben sein wird. Nun beginnt die Kampagne von Deutschland aus, und dafür haben die Organisatoren gestern einen prominenten Botschafter vorgestellt: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

Der Außenminister hat gleich eine besondere Einladung ausgesprochen: Athleten aus den 50 ärmsten Verbänden der internationalen Leichtathletik können sich mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes vor der WM in Deutschland vorbereiten. „Wir wollen gute Gastgeber sein und in der ganzen Welt die Vorfreude auf das Ereignis wecken“, sagte der Minister. Steinmeier will daher auch bei Auslandsreisen für die WM werben.

An der WM hängt viel für die deutsche Leichtathletik. Etwa das größte deutsche Meeting, das Istaf. „Ohne eine erfolgreiche WM 2009 wird es 2010 kein Istaf mehr geben“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter des Istaf, Gerhard Janetzky, „wir müssen daher eng zusammenarbeiten“. Beim letzten Istaf hatte es noch keine Harmonie zwischen den Veranstaltern und den WM-Organisatoren gegeben. Gerhard Janetzky hatte dem Organisationskomitee für 150 000 Euro ein Paket mit Werbemaßnahmen angeboten. Neben der kompletten Überspannung der Tribünen über dem Marathontor mit einem Banner umfasste es Werbebanden, Vip-Plätze und vieles mehr. Das Organisationskomitee nahm das Angebot jedoch nicht an. Das nächste Angebot bereitet Janetzky jetzt vor, denn im nächsten Jahr wird das Istaf nicht im September, sondern bereits schon im Juni stattfinden. „Im Grunde müssen wir jetzt schon die ersten Entscheidungen für unsere Zusammenarbeit treffen“, sagt Gerhard Janetzky. Friedhard Teuffel

0 Kommentare

Neuester Kommentar