Sport : Außenseiter Beautiful Rose gewinnt das Stutenderby

Carsten John

Berlin - Im Vorlauf hatten sich Thomas Panschow und Beautiful Rose noch der Berliner Hoffnung Penthesilea, gesteuert vom schwedischen Champion Björn Goop, geschlagen geben müssen. Doch vor dem Finale gab sich Panschow kämpferisch, und obwohl Penthesilea lange in Führung lag, gewann der 118:10-Außenseiter Beautiful Rose gestern auf der Trabrennbahn Mariendorf das deutsche Stutenderby.

„Beautiful Rose kann sehr gut aus dem Feld gefahren werden. Unsere Gegner müssen im Kampf um die Spitze viele Kräfte lassen. Ich bin davon überzeugt, dass sich im Endlauf die besondere Klasse der Stute durchsetzt“, hatte Panschow schon vor dem Rennen gesagt. Selbstbewusst hatte er die scheinbar undankbare Startnummer 10 gewählt, von der aus man erst alle Gegner umkurven muss, um im Ziel vorne zu sein. Gestern war das Feld aber schnell dezimiert: gleich drei favorisierte Pferde galoppierten kurz nach dem Start, unter ihnen Topfavorit Vita di Quattro mit Heinz Wewering.

Am Freitagabend hatte der zweifache Weltmeister mit dem laufgewaltigen Caballo noch den Deutschen Traber-Zirkel gewonnen und feierte somit seinen 15 982. Sieg, was weltweit einsame Spitze darstellt. Caballo ist einer der im Trabsport eher seltenen Schimmel, und denen sagen viele Pferdefans nach, dass sie Glück in den Stall bringen. So gesehen hat Wewering heute beim 111. Traber-Derby in Mariendorf gute Chancen, seine neunte „Blaue Schleife“ zu erringen. Denn mit dem für den Zehlendorfer Stall Preussen laufenden Preussenstolz hat der Mann mit dem goldenen Helm einen Schimmelhengst zur Hand, mit dem er die letzte Derby-Vorprüfung in Recklinghausen als Außenseiter gewinnen konnte. Selbst die höchste Startnummer im vierten von fünf Vorläufen sollte nicht verhindern, dass dieses Gespann in das mit über 200 000 Euro dotierte Finale (geplante Startzeit 17:20 Uhr) einzieht.

Dann aber warten andere Favoriten auf Preussenstolz und Wewering. Der Niederländer Hugo Langeweg zum Beispiel muss mit Russel November – nicht nur Sieger im Adbell-Todding- ton-Rennen, sondern auch dreifacher Triumphator im Traberland Frankreich – im ersten Vorlauf lediglich eine Art Elfmeter ohne Torwart verwandeln. Wegen seiner Ausflüge nach Frankreich verpasste Russel November das Buddenbrock-Rennen, das an Gerhard Biendl mit Armstrong As ging. Armstrong As steht derweil nahezu in der Pflicht, denn seine Brüder Abano As (2000) und Ambassador As (2004) konnten das Derby bereits gewinnen. Aus den Vorläufen, die jeweils mit 30 000 Euro dotiert sind und als Zuchtrennen ausgetragen werden, qualifizieren sich jeweils nur die zwei schnellsten Pferde für den Endlauf.

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