Sport : Außer Kontrolle

Jens Button übersteht Unfall – Ralf Schumacher vorn

Karin Sturm

Zwei Menschen konnten am Samstag in Monaco Geburtstag feiern: Fürst Rainier, der seinen 80. Ehrentag beging – und Jenson Button, der einen fürchterlich aussehenden Unfall im freien Training am Vormittag praktisch unverletzt überstand. Der Crash zwischen Tunnel und Schikane erinnerte fatal an den Abflug von Karl Wendlinger an gleicher Stelle 1994, nach dem der Österreicher 19 Tage lang im Koma lag. Doch Button, der bei Tempo 290 beim Anbremsen der Schikane hinter dem Tunnel rechts leicht die Leitplanke gestreift und daraufhin die Kontrolle über sein Autro verloren hatte, hatte Glück: Denn erstens ist die Strecke an dieser Stelle mit mehreren Reihen Reifenstapeln inzwischen deutlich besser abgesichert – und auch die Autos sind heute wesentlich stabiler und bieten den Fahrern mehr Schutz.

So war es mehr oder weniger nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass die Bergung des Engländers sehr langsam und vorsichtig vonstatten ging und Button auf einer Spezialtrage und mit Halskrause abtransportiert und zur Untersuchung ins Princesse-Grace-Krankenhaus gebracht wurde. Dort stellte man bei verschiedenen Scans und Röntgenchecks fest: Es gibt keine Verletzungen. Nachdem Button aber über leichte Übelkeit klagte, entschied das BAR-Team, dass er auf jeden Fall nicht am Qualifying teilnehmen und bis Samstagabend zur Beobachtung in der Klinik bleiben sollte. „Am Sonntagvormittag werden wir nach einer weiteren Untersuchung entscheiden, ob er das Rennen fahren soll“, hieß es aus dem Team. Button müsste dann von ganz hinten starten.

Bruder Michael guckte säuerlich

Freuen konnte sich nach dem Qualifying auch Ralf Schumacher über die in Monte Carlo so wichtige Poleposition: Obwohl er erklärtermaßen kein großer Monaco-Fan ist – „aber nur aus Sicherheitsgründen, das Fahren hier macht schon Spaß“ –, ließ er Kimi Räikkönen mit 1:15,259 Minuten um 36 Tausendstelsekunden hinter sich, was der Finne mit säuerlichem Gesichtsausdruck quittierte: „Aber mal sehen, wie der Start läuft – und unsere Reifen verhalten sich auch über die Distanz sehr gut. Ich bin hier, um das Rennen zu gewinnen“, meinte der WM-Führende, während Ralf Schumacher nur strahlte: „Ich bin natürlich überglücklich. Wir verstehen das Auto immer besser.“

Ralf war vor allem überrascht, dass sein Bruder Michael, der als Letzter fahren konnte, am Ende nur auf Platz fünf landete. Versteinerte Mienen gab es bei Ferrari, und auf Ralfs Frage an Michael, was das Problem gewesen sei, nur eine lakonische Antwort: „Kein Problem, nur die Reifen.“ Was schon viele vermutet hatten, bestätigte sich: Die Reifen, mit denen Ferrari am Donnerstag Superzeiten auf die Strecke gezaubert hatte, waren sehr weich. Sie dürfen nur im Rennen eingesetzt werden.

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