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Australian Open : Andrea Petkovic: Plötzlicher Kontrollverlust

Nach Angelique Kerber und Sabine Lisicki ist auch Andrea Petkovic bei den Australien Open ausgeschieden, obwohl die Weltranglisten-13. aus Darmstadt schon wie die sichere Siegerin aussah. Ein deutscher Qualifikant hingegen sorgte für einen Lichtblick.

In Gedanken noch im zweiten Satz? Nach dem verlorenen Tie-Break im zweiten Satz verlor Andrea Petkovic die Kontrolle über das Spiel.
In Gedanken noch im zweiten Satz? Nach dem verlorenen Tie-Break im zweiten Satz verlor Andrea Petkovic die Kontrolle über das...Foto: dpa

Andrea Petkovic ist bei den Australian Open in der ersten Runde ausgeschieden und hat die Pleitenserie der deutschen Tennis-Damen fortgesetzt. Die Weltranglisten-13. aus Darmstadt musste sich am Dienstag in Melbourne Madison Brengle aus den USA nach 2:20 Stunden mit 7:5, 6:7 (4:7), 3:6 geschlagen geben. Dabei gab die 27-Jährige im zweiten Satz eine 5:3-Führung aus der Hand und verlor nach dem verlorenen Tiebreak völlig die Kontrolle über das Spiel.

Tags zuvor waren bereits die an Nummer neun gesetzte Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Annika Beck, Anna-Lena Friedsam und Tatjana Maria frühzeitig gescheitert. Damit steht erstmals seit acht Jahren keine Spielerin aus dem Trio Kerber, Petkovic, Lisicki bei einem Grand-Slam-Turnier in der zweiten Runde. Zuletzt war dies bei den Australian Open 2007 der Fall. Von den insgesamt 17 deutschen Profis sind Down Under elf schon ausgeschieden. In der Herren-Konkurrenz erwischte es am zweiten Turniertag Tim Pütz und Peter Gojowczyk.

Bundestrainerin Barbara Rittner: "Das war ein Riesen-Rückschritt"

Bundestrainerin Barbara Rittner hat das kollektive Erstrunden-Scheitern als „Riesen-Rückschritt“ bezeichnet. „Ich bin auch im Moment perplex, das ist eine neue Situation für mich“, sagte die Fed-Cup-Teamchefin am Dienstag in Melbourne nach der 7:5, 6:7 (4:7), 3:6-Niederlage von Andrea Petkovic. „Dass es im Kollektiv so eingeschlagen hat, kann man nicht schönreden. Das hat mich auch ein bisschen umgehauen“, sagte Rittner und räumte
freimütig ein: „Australien war dieses Jahr ein Flop.“ Von ihren Spielerinnen forderte die 41-Jährige eine Aufarbeitung der Niederlagen und eine kritische Selbstanalyse. „Sie müssen jetzt alle in sich gehen und mit ihren Teams die Fehler besprechen und analysieren“, sagte Rittner und gab zu: „Ich bin auch total traurig, das geht auch an mir nicht spurlos vorbei.“ Für die Fed-Cup-Partie Anfang Februar gegen Australien erhofft sich die Teamchefin eine
„Schocktherapie“. „Das war jetzt ein Riesen-Rückschritt, ist aber auch eine große Chance, daraus zu lernen“, sagte die Wahl-Kölnerin.

Wenigstens Qualifikant Matthias Bachinger sorgte für ein erfreuliches Resultat aus deutscher Sicht: Der 27-Jährige aus Dachau gewann gegen den an Nummer 27 gesetzten Pablo Cuevas aus Uruguay 7:6 (7:1), 6:3, 6:1 und folgte Philipp Kohlschreiber in die zweite Runde. Dort trifft er auf den Finnen Jarkko Nieminen oder Andrej Golubjew aus Kasachstan. Davis-Cup-Spieler Gojowczyk musste in seinem Erstrunden-Match gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez beim Stand von 7:6 (7:1), 5:7, 4:6, 0:1 aufgeben. Dem 25 Jahre alten Münchner machte offensichtlich das schwüle Wetter zu schaffen, zudem verließ er humpelnd den Platz. Pütz unterlag dem Amerikaner Donald Young 4:6, 6:4, 3:6, 2:6.

Vor Gojowczyk und Pütz waren bei den Herren am Eröffnungstag schon Tobias Kamke, Jan-Lennard Struff und Dustin Brown gescheitert. Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic aus Serbien und Titelverteidiger Stan Wawrinka aus der Schweiz dagegen erreichten mühelos Runde zwei. Boris-Becker-Schützling Djokovic siegte gegen den Slowenen Aljaz Bedene 6:3, 6:2, 6:4. Wawrinka hatte bei seinem 6:1, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Türken Marsel Ilhan ebenfalls keine Schwierigkeiten. Bei den Damen kamen die zweimalige Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka aus Weißrussland und die Dänin Caroline Wozniacki weiter. Auch die Australierin Samantha Stosur überstand gegen Monica Niculescu aus Rumänien die erste Runde. (dpa)

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