Australian Open : Endlich ein Sieg für Grönefeld

Es ist ihr erstes Erfolgserlebnis seit Monaten: Anna-Lena Grönefeld steht bei den Australian Open in der zweiten Runde. Für Julia Schruff und Martina Müller ist das Turnier dagegen beendet.

Melbourne - Mit einem kleinen Schritt aus der Krise hat Anna-Lena Grönefeld ihre nationale Tennis-Konkurrenz bei den Australian Open schon abgehängt. Durch den ersten Einzel-Sieg im neuen Jahr blieb die Nordhornerin als letzte von nur vier gestarteten deutschen Spielerinnen im Wettbewerb. "Das war ein kleiner Schritt vorwärts. Es war wichtig, nach langer Zeit mal wieder eine erste Runde zu gewinnen. Es renkt sich langsam ein", sagte Grönefeld nach zuletzt sechs Erstrunden-Pleiten.

Nach dem 6:4, 6:1 über die tschechische Qualifikantin Sandra Zahlavova muss Grönefeld bereits am Donnerstag ihr Zweitrunden-Match gegen die Amerikanerin Ashley Harkleroad bestreiten, weil die Auftaktpartie wegen der großen Hitze in Melbourne von Dienstag auf Mittwoch verschoben worden war.

Aus für Schruff und Müller in der zweiten Runde

Bei mittlerweile wesentlich angenehmeren Temperaturen verpassten Martina Müller und Julia Schruff am dritten Turniertag den erstmaligen Sprung in die dritte Runde. Müller verlor 5:7, 6:3, 0:6 gegen die Weltranglisten-Achte Jelena Dementjewa. Trotz 54 leichter Fehler, darunter 16 Doppelfehler, kam die Russin weiter, weil sie im dritten Satz das Tempo anzog und auch Müller 40 Fehler unterliefen. "Die Fehler muss man in Kauf nehmen. Ich habe einige enge Spiele am Anfang des dritten Satzes nicht gemacht, deswegen wurde es am Ende so klar", sagte die Hannoveranerin.

Julia Schruff scheiterte mit 2:6, 6:2, 2:6 an ihrer Angstgegnerin Eva Birnerova, obwohl die Tschechin in der Weltrangliste als 83. nur 14 Plätze vor der Augsburgerin notiert ist. "Ich bin wütend. Ich kann gegen sie überhaupt nicht spielen", sagte Schruff, die im Vorjahr gegen Dementjewa überrascht hatte und nun ein Spiel gegen Titelverteidigerin Amélie Mauresmo aus Frankreich verpasste.

Im anderen deutsch-tschechischen Vergleich vermied Anna-Lena Grönefeld einen weiteren Rückschlag für ihr angeknackstes Selbstvertrauen. Als sie ihre Gegnerin nach einer 4:0-Führung plötzlich mit vielen Fehlern zum 4:4 zurück ins Spiel ließ, bangten auf dem Platz 19 ihr neuer Trainer Dirk Dier, Fedcup-Teamchefin Barbara Rittner und der frühere Damen-Bundestrainer Klaus Hofsäß. Doch die 21-Jährige fing sich und holte trotz manch unbegreiflichen Fehlschlages acht der nächsten neun Spiele.

Rittner nimmt Grönefeld in Schutz

Rittner nahm es mit Erleichterung zur Kenntnis und nahm Grönefeld danach vor Kritik an deren unverkennbarem Übergewicht in Schutz. "Das ist kein Frustessen", sagte Rittner und sprach auch von nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen. Auch dort sei die Nummer 19 der Welt auf dem richtigen Weg. "Es wird drei bis sechs Monate dauern. Das Gewicht, das sie vorher hatte, entspricht nicht ihrem Typ. Sie muss selbst herausfinden, womit sie sich wohl fühlt", sagte Rittner.

Grönefeld behielt für sich, wie viel sie abnehmen will und räumte ein, dass die Schlagzeilen darüber wehtun. "Ich versuche, das auszublenden. Es gibt etwas zu tun", sagte Grönefeld und unterstrich: "Ich bin außerhalb des Platzes glücklich." Zu ihrem umstrittenen Ex- Coach Rafael Font de Mora hat sie inzwischen nur noch wenig Kontakt, obwohl der strenge Spanier weiterhin als Manager fungiert.

Safin nun gegen Roddick

Die zweimalige Australian-Open-Siegerin Serena Williams, die auch kein Idealgewicht aufweist, kam ebenso in die dritte Runde wie Titelverteidiger Roger Federer. Bei den Herren kommt es am Freitag zum Topspiel zwischen Ex-Sieger Marat Safin und Andy Roddick.

Safin quälte sich nach dem Sieg über Benjamin Becker auch fünf Sätze lang gegen den bisher unbekannten Israeli Dudi Sela. Als dem Qualifikanten im vierten Satz nur zwei Punkte zur Sensation fehlten, begann es zu regnen. Das Dach der Vodafone-Arena wurde geschlossen, nach der kurzen Pause schaffte Safin die Wende. Philipp Kohlschreiber will am Donnerstag in der Rod-Laver-Arena den Drittrunden-Einzug von Spaniens Star Rafael Nadal verhindern. (Von Robert Semmler, dpa)

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