Australian Open : Schüttler kann doch noch siegen

Die deutschen Herren sind größtenteils erfolgreich ins erste Grand-Slam-Turnier des Jahres gestartet. Bei den Damen knackte Lindsay Davenport den Preisgeld-Rekord, der bislang von Steffi Graf gehalten wurde.

Rainer Schüttler
Erfolgreich: Schüttler steht seit 2005 wieder in der zweiten Runde eines Grand-Slams. -Foto: ddp

MelbourneNach der erfolgreichen Ouvertüre beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres schlagen die deutschen Tennisprofis forsche Töne an. Lediglich der sonst so selbstbewusste Philipp Kohlschreiber übte sich an dem aus deutscher Sicht erfreulichen Eröffnungstag der Australian Open in Bescheidenheit. "Auch Roddick ist nicht unbezwingbar, aber darüber unterhalten wir uns später. Ich denke hier von Runde zu Runde", sagte der 24 Jahre alte deutsche Hoffnungsträger in Melbourne nach seinem 6:4, 7:6 (7:5), 6:1-Erfolg gegen den kroatischen Qualifikanten Roko Karanusic.

Auf den Weltranglisten-Sechsten Andy Roddick könnte Kohlschreiber in der dritten Runde treffen - aber nur, wenn der Amerikaner zuvor gegen Michael Berrer gewinnt. Und der 100-Kilo-Mann aus Stuttgart hat nach seinem 6:7 (5:7), 7:6 (7:4), 6:3, 7:6 (7:5)-Erfolg gegen Donald Young (USA) auch vor größeren Namen keine Angst: "Auch Roddick ist nicht aus der Welt, den kann man auch gut schlagen. Irgendwann wird so einer auch mal fällig", sagte Berrer ungeachtet der guten Form seines amerikanischen Gegners.

Neben Kohlschreiber und Berrer zogen auch Rainer Schüttler, Angelique Kerber und Sandra Klösel in die zweite Runde ein. Dagegen mussten Davis-Cup-Spieler Florian Mayer, Mischa Zverev, Tatjana Malek und Julia Schruff die Koffer packen.

Schüttler: Ich will zu Olympia

Beflügelt vom Erstrunden-Sieg kam nicht nur Berrer im kleinen Interviewraum Nummer eins ins Plaudern. Auch Schüttler zeigte sich in guter Stimmung. "Ich habe für dieses Jahr ein hochgestecktes Ziel, ich will zu Olympia", sagte er nach dem 6:4, 6:2, 6:7 (3:7), 6:4 im Duell zweier ehemaliger Australian-Open-Finalisten gegen Arnaud Clement. Damit steht der Finalist von 2003 erstmals seit den US Open 2005 in der zweiten Runde eines Grand-Slam-Turniers, will aber nach Verletzungsqualen und immer neuen Zwangspausen wieder angreifen. "Ich wäre gerne zum dritten Mal bei Olympia dabei", sagte der 31 Jahre alte Korbacher und fügte lachend an: "Vielleicht klappt's ja auch noch mal mit Gold."

Doch erst einmal müsste sich der Weltranglisten-92. für die Spiele im August in Peking qualifizieren. Dafür müsste er unter den besten vier deutschen Spielern sein "und bestimmt deutlich unter den Top 50", so Schüttler, der am Mittwoch in Gilles Simon erneut auf einen Franzosen trifft.

Berrer möchte den Auftritt "down under" auch nutzen, um sich in das Blickfeld von Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen zu spielen. "Ich will im Februar ins Team", sagte er. Die Nominierung für die Erstrunden-Partie gegen Südkorea vom 8. bis 10. Februar in Braunschweig wird Kühnen im Lauf der Australian Open bekanntgeben. Nach den Absagen von Thomas Haas, Alexander Waske und Michael Kohlmann könnte es sein, dass Berrer im Doppel zu seinem Debüt im Nationalteam kommt.

Favoritensiege bei den Damen

Als "Führungsspieler" gesetzt ist der Weltranglisten-27. Kohlschreiber. Zwei Tage nach seinem Turniersieg im neuseeländischen Auckland tat sich der einzige in Melbourne gesetzte deutsche Profi allerdings zunächst erstaunlich schwer gegen den Kroaten. "Ich war etwas überrascht von meinem Gegner", gab er zu. Nun wartet in Jewgeni Korolew ein "junger und gefährlicher Russe".

Eine Überraschung gab es im dritten Spiel des Tages in der Rod Laver Arena. Der ungesetzte Franzose Jo-Wilfried Tsonga warf den an Position neun eingestuften Schotten Andy Murray mit 7:5, 6:4, 0:6, 7:6 (7:5) aus dem Turnier. Dagegen passierte in der Damen-Konkurrenz wenig Unerwartetes. Die Weltranglisten-Erste Justine Henin, Titelverteidigerin Serena Williams, die an Position drei gesetzte Jelena Jankovic, Vorjahresfinalistin Maria Scharapowa sowie die ehemalige Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport zogen in die zweite Runde ein.

Die 31 Jahre alte US-Amerikanerin schrieb ein kleines Kapitel Kapitalgeschichte. Durch ihren 6:2, 3:6, 7:5-Erfolg gegen die Italienerin Sara Errani schraubte Davenport ihr Preisgeld auf 21,897 501 Millionen Dollar, überbot die zehn Jahre alte Bestmarke von Steffi Graf um 2224 Dollar und ist jetzt die am besten verdienende Sportlerin der Welt. (jvo/dpa)

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