Australien - Äquatorial-Guinea 3:2 : Fünf Tore und ein kurioses Handspiel

Turbulent ging es zu im Duell der vermeintlichen Underdogs: Fünf Tore gab es zu sehen, dazu einige heftige Fouls und die vielleicht krasseste Fehlentscheidung dieses Turniers.

Leena Khamis (l.) erzielt das 1:0 für Australien.
Leena Khamis (l.) erzielt das 1:0 für Australien.Foto: dpa

Die Fußballfrauen aus Australien haben die Chance auf den Einzug in das WM-Viertelfinale gewahrt. Vier Tage nach der Auftaktniederlage gegen Brasilien wurde der Weltranglisten-11. beim 3:2 (1:1) über Äquatorialguinea seiner Favoritenrolle allerdings nurmit Mühe gerecht. Vor 15 640 Zuschauern in Bochum sorgten Leena Khamis (8.), Emily Van Egmond (48.) und Lisa de Vanna (51.) am Sonntag für den verdienten Sieg über den Fußballzwerg aus Westafrika. Zwar bot der Außenseiter um die Torschützin und künftige Potsdamerin Genoveva Anonma (21./83.) wie schon beim knappen 0:1 gegen Norwegen eine ordentliche Vorstellung, hat aber nur noch minimale Chancen auf das Viertelfinale.

Für den meisten Diskussionsstoff sorgte jedoch nicht die sportliche Vorstellung beider Teams, sondern die unfassbare Fehlentscheidung der Schiedsrichterin. Zur Verwunderung aller Zuschauer im Stadion übersah die Ungarin Gyoengyi Gaal in der 16. Minute ein klares Handspiel von Bruna im Strafraum. Die Afrikanerin hatte den Ball im Strafraum gefangen und mehrere Sekunden in den Händen gehalten - auf den fälligen Elfmeterpfiff warteten alle
Beteiligten jedoch vergeblich.

Nur gut, dass dieser Lapsus der Unparteiischen nicht spielentscheidend war. Die in der Weltrangliste 50 Plätze besser platzierten Australierinnen erwischten einen Start nach Maß. Gleich die erste Chance führte zum 1:0: Nach sehenswertem Zuspiel von Emily van Egmond auf Heather Garriock war Khamis aus kurzer Distanz zur Stelle und sorgte für den ersten WM-Treffer ihrer Mannschaft. Nur elf Minuten später traf die Torschützin den Pfosten. Das anschließende und nicht geahndete Missgeschick von Bruna sorgte für einen Bruch im Spiel Australiens.

Einen groben Fehler in der Hintermannschaft des Gegners nutzte Anonma. Die erneut starke Bundesliga-Legionärin umkurvte Australiens Torfrau Lydia Williams, traf ins leere Tor und brachte ihr Team damit zurück ins Spiel. Zwar drängten die „Matildas“ danach mit Macht auf den zweiten Treffer, konnten aber bis zur Pause keine der vielen Möglichkeiten nutzen.

Erst nach Wiederanpfiff schlug das Team von Trainer Tom Sermanni aus seiner Überlegenheit Kapital. Ein Doppelschlag binnen drei Minuten sorgte für die Vorentscheidung. Das Zuspiel von Khamis nutzte Van Egmond mit einem Schuss aus zwölf Metern zur erneuten Führung Australiens. Kurze Zeit später war die zur Pause eingewechselte De Vanna zur Stelle. Der Vorsprung verleitete jedoch zu Leichtsinn. Mit ihrem zweiten Treffer sorgte Anonma nochmals für Spannung. Doch Australien brachte den Sieg ins Ziel. (dpa)

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