Sport : AUSTRALIEN

Hoffen auf die Matildas: Nach dem Scheitern der Männer bei der letzten Weltmeisterschaft müssen es nun die Frauen richten – wie in letzter Zeit immer öfter in Australien

„Waltzing Matilda“ ist der Titel der inoffiziellen Nationalhymne Australiens – und Matildas ist der Spitzname der australischen Fußball-Frauenmannschaft. Das Lied hat weder etwas mit einer Dame namens Matilda noch mit einem Tanz zu tun. Im Gegenteil: Das Gedicht zur Hymne erzählt die Geschichte eines Landstreichers, der sich im Outback lieber in einem Billabong (Wasserloch) ertränkt, als sich der Polizei zu stellen. Auf seiner Flucht braucht er seine Matilda – sein Reise-Schaffell. Und mit einer Matilda gehen er und seine Kollegen auf die Walz. Alles klar?

Das Lied wird man während der Frauenfußball-WM im australischen Lager sicher oft hören. Natürlich hofft Australien auf erfreuliche Anlässe, sitzt doch der Schock des 0:4 gegen Deutschland bei der Männer-WM noch tief. Also müssen es die Frauen mal wieder retten.

Das tun sie in Australien in letzter Zeit immer öfter. Julia Gillard ist die erste Premierministerin des Landes, die im Juni 2010 quasi in einer Palastrevolte Kevin Rudd vom Thron gestürzt hat. Dieser wiederum ist nun Frau Gillards Außenminister, was zeigt, dass das Land, dem man bisweilen eher raue Sitten nachsagt, am Ende doch in einer Konsensgesellschaft angelangt ist. Im Sport allerdings zählen auch in Australien die Jungs immer noch mehr. Das Goethe-Institut beurteilt im Tagesspiegel die Rolle der Frau und des Frauenfußballs in den WM-Ländern.

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