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Australiens erster Sieg : Cadel Evans wird die Tour gewinnen

Von Tom Mustroph
Cadel EvansBild vergrößern
Cadel Evans - Foto: AFP

Eine Aufholjagd war bisher nicht die Sache des Cadel Evans. 2007 holte er beim Tourzeitfahren zwar gut eineinhalb Minuten auf Alberto Contador heraus – und wurde doch nur Zweiter.

2008 musste er eineinhalb Minuten auf einen anderen Spanier, in diesem Falle Carlos Sastre, gewinnen. Obwohl ihm viele diese Leistung zutrauten, wurde es doch nur eine knappe Minute – und erneut nur Platz zwei. Eine knappe Minute betrug vor dem gestrigen Zeitfahren auch der Rückstand, der Evans von den Schleck-Brüdern und dem Triumph in Paris trennte. Doch gegen die beiden Luxemburger machte es der Australier beim Tagessieg des Deutschen Toy Martin besser als in den Jahren zuvor. Cadel Evans kam auf Rang zwei und liegt nun in der Gesamtwertung 1:34 Minuten vor Andy Schleck. Er ist der erste Australier, der die Tour de France gewinnt, falls er am letzten Tag, an dem traditionell nicht mehr angegriffen wird, nicht stürzt.

Ein wenig darf sich auch Italien diesen Sieg zuschreiben. „Das ist das Land, in dem ich den Radsport richtig gelernt habe“, sagt der in der Lombardei wohnende Radprofi. Doch in seiner zweiten Heimat ist der Jubel über Evans recht verhalten. Evans ist kein Typ, der begeistert. Man achtet ihn und fürchtet seinen Antritt nach langen, harten Kilometern. Er hat sich in die Radsportgeschichte eingeschrieben mit seinem Sieg im Matschrennen nach Montalcino während des Giro d'Italia 2010. Auch seinen WM-Titel 2009 verdankte er seiner Fähigkeit, die Muskulatur noch weit über jede Erschöpfung und jeden Schmerz hinaus zu belasten. Aufgrund dieser Leidensfähigkeit wünscht man dem Mann mit dem knautschigen Gesicht und der unnatürlich hohen Stimme auch den einen oder anderen Sieg. Dennoch bleibt er ein Anti-Idol. Den Rücken gekrümmt, die Ellenbogen merkwürdig nach außen gerichtet, den Mund halb geöffnet und vor Anstrengung leicht verzogen – dieses Bild gibt Evans auf dem Rad ab. Ihn zeichnen weder die federnde Dynamik eines Alberto Contador noch die lässige Eleganz eines Andy Schleck aus. Evans ist der Proletarier unter den Größen des Radsports. Er ist auf die harte Tour nach oben gekommen. Zu Beginn seiner Karriere durchpflügte er durch Crosspisten. Dort entwickelte er Durchhaltevermögen. Bei dieser Tour erklomm er gewohnt defensiv die Pyrenäen. Weil er beim Zeitfahren nicht die Nerven verlor, hat er die Frankreichrundfahrt nun zum ersten Mal gewonnen.

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