Sport : Auswärts dahoam

Der FC Bayern gewinnt auch das fünfte Saisonspiel auf fremden Platz. Drei herrlichen Treffern konnte der Hamburger SV nichts entgegensetzen.

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Gefahr im Anflug. Bayerns Bastian Schweinsteiger (schwarzes Trikot) schlich sich bei einer Flanke von Toni Kroos in den Rücken der Hamburger Abwehr und überwand HSV-Torwart René Adler (rechts) zur Münchener Führung. Foto: dpa
Gefahr im Anflug. Bayerns Bastian Schweinsteiger (schwarzes Trikot) schlich sich bei einer Flanke von Toni Kroos in den Rücken der...Foto: dpa

Bei dieser Auswärtsbilanz kann man schon mal ins Schwärmen kommen. „Das sieht wunderbar aus“, sagte Philipp Lahm und strahlte. Er fügte mit Sinn für Humor an: „Es wird allerdings schwer, so weiterzumachen.“ Da hatte der Kapitän des FC Bayern wohl recht. Die blitzsaubere Ausbeute des Deutschen Rekordmeisters aus den bisherigen fünf Partien in der Fremde lautet: 15 Punkte, 15:0 Tore. Dank des ungefährdeten 3:0 am Samstagabend beim Hamburger SV haben die Bayern die beste Auswärts-Bilanz erzielt, die je ein Klub der Bundesliga nach fünf Spieltagen geschafft hat.

Der Sieg und die Ergebnisse der Konkurrenz machten diesen zehnten Spieltag zu einer Runde nach Maß für die Bayern. Schalke 04, Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt ließen am Freitag und Samstag Punkte, der FC Bayern überzeugte durch seinen souveränen Auswärtssieg und baute den Vorsprung auf Schalke auf sieben Punkte aus. Schöner kann ein Spieltag nicht laufen. „Alle, die auf einen Ausrutscher von uns gehofft haben, haben Pech gehabt“, sagte Bayerns Thomas Müller nach dem Spiel. „Wir wollten endlich mal in Hamburg gewinnen, das war in den vergangenen Jahren ja immer ein gefährliches Pflaster für uns.“ Seit sechs Jahren waren die Hamburger zuhause gegen die Bayern ungeschlagen. Diese Serie endete am Samstag vor ausverkauftem Haus. „Die Bayern waren einfach zu stark heute“, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink, „und wir hatten nicht unseren besten Tag.“

In einer kontrolliert und clever geführten Begegnung beeindruckten die Bayern durch gezielte Tempoverschärfung – vor allem in Person des enorm spielfreudigen Franck Ribéry – und begeisterten durch drei herrliche Treffer. Die Tore zum ungefährdet und konzentriert eingefahrenen neunten Saisonsieg erzielten Bastian Schweinsteiger in der 40. Minute und Thomas Müller sowie Toni Kroos in der 49. und 53. Minute. Damit verlor auch René Adler im Hamburger Tor das Duell der besten deutschen Torhüter deutlich gegen Nationalkeeper Manuel Neuer – obwohl Neuer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löws Assistenten Hansi Flick keine Gelegenheit bekam, sich auszuzeichnen.

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer hatte vor dem Spiel daran erinnert, dass es immer der Anspruch des FC Bayern sei, das nächste Spiel nach einer Niederlage zu gewinnen. Damit wollte er auch die bösen Geister des Novembers 2011 vertreiben, als er persönlich zwar noch nicht im Münchner Einsatz war, der FC Bayern aber zuerst 0:1 gegen Dortmund verlor und eine Woche später 2:3 in Mainz. Ähnliches sollte dem Titelfavoriten nach dem 1:2 gegen Leverkusen nicht passieren. Hoch konzentriert gingen die Bayern dementsprechend in diese Partie und gewannen am Ende völlig verdient. Sammer fand seinen Gefallen daran: „Das war eine tolle Reaktion auf die letzte Woche. Genau so wollen wir es sehen.“

Zudem ließ die deutliche Führung dem Münchner Coach Jupp Heynckes die Möglichkeit, aus der Tiefe des Kaders zu schöpfen und in Javier Martinez, Anatoli Timoschtschuk und Rafinha Spieler einwechseln, die sonst nicht so zum Zuge kommen. Man kann davon ausgehen, dass diejenigen, die in Hamburg kurz spielten, am Mittwoch in der Champions-League-Partie gegen den französischen Meister OSC Lille etwas mehr Spielanteile bekommen. So weit wollte Heynckes aber noch nicht schauen. Er freute sich über die „große Spielfreude“ seiner Mannschaft. „Es ist klasse, wie wir vor allem auswärts auftreten. Nach dem 2:0 konnten wir heute unsere spielerische Klasse ausspielen. Mir imponiert aber auch, das wir alle zusammen defensiv sehr gut stehen.“

Nur vier Gegentreffer haben die Bayern bisher auf ihrem Konto, das sind die mit Abstand wenigsten der Bundesliga. Die ungefährlichen Hamburger waren an diesem Abend diesbezüglich allerdings kein Maßstab.

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