AUSWÄRTS Spiel : FC St. Pauli – 1. FC Köln 0:2

10. August, Hamburg, Freitagabend Auftakt in der Zweiten Liga – Fans: 15 300

André Görke

Das geht ja gut los. Es ist 17.57 Uhr, Freitagabend, die Fußballer laufen gerade auf den Rasenplatz, da dröhnt der Sound von Sankt Pauli aus den Boxen: „Dooong, Dooong“. Es ist das langsame Läuten des AC/DC-Klassikers „Hells Bells“, die traditionelle Einlaufmusik am Millerntor. Der FC St. Pauli ist zurück – nach vier Jahren Regionalliga. Willkommen in Liga zwei.

Das Millerntor ist seit Wochen ausverkauft, draußen stehen traurige Männer mit Pappschildern in den Händen: „Suche Karte!“ Allein aus Köln gab es 26 000 Anfragen für den Gästefanblock. Und somit bewegt sich der Schwarzmarkt locker auf WM-Niveau. Für ein Stehplatzticket werden satte 100 Euro bezahlt.

18 Uhr, los geht’s. Auf der knarzenden Holztribüne weht die Totenkopf- Flagge, einige Schritte weiter hockt der Reporter von „Premiere“ und wird von den Fans kräftig veralbert. Vom kommerziellen Fußball halten sie auf dem Kiez ungefähr so viel wie vom Hamburger SV.

Der FC St. Pauli drückt gewaltig, der neue Kölner Keeper muss ständig durch den Strafraum hechten, die Fans johlen, nur ein Tor will einfach nicht fallen. Zur Halbzeit gibt’s Astra-Pils für stolze 3,50 Euro – das ist erstligareif. Übrigens, wer es vergessen hat: 2001 spielten die Hamburger noch in der großen Bundesliga.

Zweite Halbzeit. Die Kölner haben nun doch Lust an ihrem Job gefunden und spielen mit. Oder besser: Sie kontern – und zwar richtig gut. Helmes trifft zum 1:0, kurz vor Abpfiff fällt das 2:0, in der Kölner Kurve klettern sie auf die Zäune und singen fröhlich-frech – na, was wohl? – „Deutscher Meister, FC!“ André Görke

Hier berichten Fans von Spielen aus aller Welt. Mail: 11freunde@tagesspiegel.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben