Autobiografie : Claudia Pechstein offenbart Selbstmordgedanken

Der Druck auf die Eisschnellläuferin war enorm. Nun hat Claudia Pechstein in ihrer Autobiografie erstmals Selbstmordgedanken offenbart.

8.11.2010: Den Kampf gegen die Gerichte hat Claudia Pechstein verloren. Nun drängt sie mit einer Autobiografie an die Öffentlichkeit. Unterdessen trainiert sie für ihr Comeback. Sie werde aufs Eis zurückkehren, kündigt die fünffache Olympiasiegerin bei der Vorstellung des Buches in Berlin an.Weitere Bilder anzeigen
06.11.2010 09:488.11.2010: Den Kampf gegen die Gerichte hat Claudia Pechstein verloren. Nun drängt sie mit einer Autobiografie an die...

Aus Verzweiflung über ihre Zwei-Jahres-Sperre wegen erhöhter Blutwerte hatte die Eisschnelllauf- Olympiasiegerin im März 2009 daran gedacht, gemeinsam mit ihrem Ehemann Marcus Bucklitsch von einer Autobahn-Brücke zu springen, schrieb sie in ihrem Buch „Von Gold und Blut - Mein Leben zwischen Olymp und Hölle“. „Mir scheint eine schnelle und sichere Lösung die beste Option, um sich von dieser Welt zu verabschieden“, enthüllt die Berlinerin auf Seite 138 des Buches, dessen Vorabdruck der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Am Montag wird die Biografie in Berlin offiziell vorgestellt.

„Ein Sprung, ein Sturz in die Tiefe, ein harter Aufprall. Und schon ist es vorbei“, schreibt sie weiter. Doch dann verfasst sie nach eigener Darstellung folgende SMS: „Wir sind gleich unterwegs und suchen uns eine Brücke.“ Sie könne nicht sagen, warum sie diesen Satz in ihr Handy tippte und ihn an ihren Manager Ralf Grengel schickte.

Wochen vor diesen finsteren Gedanken war sie mit den erhöhten Retikulozytenwerten bei der WM im norwegischen Hamar konfrontiert worden und der Weltverband ISU hatte Anklage gegen sie erhoben.

„Wenn die SMS wirklich ein Hilferuf war, kurz vor der Apokalypse, dann hat er seine Wirkung nicht verfehlt“, schreibt die 38-Jährige. „Was soll der Scheiß“, antwortet der Manager keine 30 Sekunden später. „Was heißt hier Scheiß? Es macht doch alles keinen Sinn mehr?“, klagt Pechstein. Doch Grengel blieb beharrlich, telefonierte mit ihr und soll damit das Schlimmste verhindert haben.

Am 8. Februar 2011 endet ihre Sperre. Danach will Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin ihre Laufbahn fortsetzen und bei der WM im März in Inzell starten. (dpa)

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