B-Probe : Tour-Sieger Landis war gedopt

Die Analyse der B-Probe bestätigt: der US-Amerikaner Floyd Landis war bei der Tour de France definitiv gedopt. Das Phonak-Team kündigte Landis direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Paris/Aigle - Wie der Radsport-Weltverband UCI am Samstag mitteilte, hat die Analyse der B-Probe im Antidoping-Labor in Châtenay-Malabry bei Paris die Ergebnisse der A-Probe vom 26. Juli bestätigt. Der UCI hat den Fall nun an den US-Radsportverband weitergeleitet, der ein Doping-Verfahren gegen Landis einleiten wird. Dem 30-Jährigen droht damit ein Ausschluss von allen sportlichen Wettbewerben für zwei Jahre, ein Ausschluss aus der ProTour für vier Jahre sowie die Aberkennung des Gelben Trikots der Tour de France.

Das Phonak-Cycling-Team reagierte prompt mit der fristlosen Entlassung des bisherigen Teamkapitäns. Phonak warf Landis vor, gegen den internen Ethik-Code des Teams verstoßen zu haben. Landis blieben zwar noch rechtliche Optionen, den Befund anzufechten, dies sei allerdings seine Privatsache und habe mit dem Phonak-Team nichts mehr zu tun, hieß es in der Erklärung weiter.

Landis wies unterdessen noch einmal alle Dopingvorwürfe zurück. "Ich werde kämpfen, um meinen Namen zu säubern", ließ der 30-Jährige auf seiner persönlichen Website verlauten. Landis hatte bereits nach Veröffentlichung der A-Probe auf einer Pressekonferenz in Madrid davon gesprochen, dass der erhöhte Testosteron-Wert bei ihm organisch bedingt sei.

Landis war nach seiner spektakulären Aufholjagd am 20. Juli auf der 17. Etappe durch die Alpen getestet worden. Bereits das Resultat der A-Probe hatte ergeben, dass beim Kapitän des Phonak-Teams ein überhöhter Testosteron-Wert von 11:1 im Verhältnis zu Epitestosteron vorlag, während der zulässige Grenzwert 4:1 beträgt.

Spanische Doping-Affäre: Epo aus China

Unterdessen zieht die spanische Dopingaffäre, in die auch der deutsche Radprofi Jan Ullrich verwickelt ist, offenbar immer weitere Kreise. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete, geht aus vertraulichen Unterlagen hervor, dass die Guardia Civil bei dem Madrider Arzt Eufemiano Fuentes gefälschte Epo-Mittel aus China gefunden hat. Zudem soll die Polizei Anabolika-Präparate konfisziert haben, die aus "geheimen Labors" stammen.

Schließlich sind die Ermittler dem Magazin zufolge auch dabei zu klären, warum bisher so wenige Dopingsünder überführt wurden. In diesem Zusammenhang soll die Polizei vier Briefumschläge mit einem roten Pulver gefunden haben. Dieses Pulver soll ein Gemisch aus Stoffen enthalten haben, die unter anderem synthetisches Epo angreifen, so dass es in Tests nicht mehr zu entdecken ist. Die Fahnder vermuten dem Bericht nach, dass sich die Radrennfahrer die Substanz vor Kontrollen in die Hände gerieben und beim Wasserlassen in den Urin gemischt haben. (tso/ddp)

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