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Babbel zu Hoffenheim : Ex-Hertha-Trainer tritt Nachfolge von Stanislawski an

Nun ist es also offiziell: Markus Babbel wird neuer Cheftrainer bei der TSG Hoffenheim. Knapp einen Monat nach seiner Entlassung bei Hertha BSC unterschrieb der ehemalige Nationalspieler bis 2014.

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Damals sah alles noch ganz anders aus. Stanislawski und Babbel beim Spiel am 17.11.2011.
Damals sah alles noch ganz anders aus. Stanislawski und Babbel beim Spiel am 17.11.2011.Foto: DPA

Markus Babbel hat nicht vergessen zu erwähnen, dass er bei großen Fußballvereinen spielte. Etwa dem FC Liverpool oder Bayern München. Das schien ihm wichtig als er oben auf dem Podium hinter dem Schild mit seinem Namen und dem blau-weißen Logo seines neuen Klubs Platz nahm. Zuversicht, Gelassenheit, Erfahrung: Babbels Botschaft war wohl dosiert und sollte zeigen: Bei der TSG Hoffenheim, wo sich die Meinung der Klubführung aus vielen kleinen Meinungen des Umfeld speist, wird fachlich kaum einer mit ihm mithalten können.

Nach einem Blitzlichtgewitter und knappen 20 Minuten zog sich der neue Hoffenheimer Trainer auf den Übungsplatz zur ersten Ansprache mit seinem Kader zurück. Gegen halb zwei leitete Babbel dann sein erstes Training auf dem Klubzentrum in Zuzenhausen. Auf seinen Wunsch hin hinter verschlossenen Türen. Mit seiner neuen Mannschaft muss er am Samstag bei Werder Bremen antreten. „Ich will erfolgreich sein. Was für ein Image ich danach habe ist mir ziemlich wurscht“, sagte Babbel, der vor rund sieben Wochen bei Hertha BSC entlassen worden war und am Freitag in Hoffenheim einen Vertrag bis 2014 unterschrieb. „Ich habe mich genug ausruhen können“. Am Montag habe den Anruf aus Hoffenheim bekommen, berichtete Babbel.

Zwei Tage vor der Pokalniederlage gegen Fürth, nach der Holger Stanislawski entlassen wurde, tat Babbel sein grundsätzliches Interesse kund. Er sah dann das letzte Spiel des Kollegen im Fernsehen und „dann haben wir nach dem Spiel noch mal telefoniert“, sage Babbel. „Ich habe Stani natürlich die Daumen gedrückt.“

Zur Entlassung von Holger Stanislawski sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner: „Wir sind in einen Trend gekommen, der sehr gefährlich war. Wenn man die Punkte hochrechnet, die wir geholt haben, stehen wir irgendwann in der zweiten Liga.“ Nun muss sich Tanner mit Protesten seiner Fans herumschlagen. Ein Sprecher der Fan-Vereinigung klagte über fehlende demokratische Strukturen. „Es wird schwer sein, die Sympathie aller Fans wieder zu bekommen. Aber wir mussten an den Verein denken“, sagte Tanner, über dessen Position ebenfalls diskutiert wird.

Babbel schrecken weder die Strukturen mit dem mächtigen Mäzen und Gesellschafter Dietmar Hopp im Hintergrund noch das warnende Beispiel seiner Vorgänger. „Meine Gefühlslage ist positiv“, sagte der 39-Jährige. „Ich habe mich gefreut, dass die Wahl auf mich gefallen ist.“ Mit Hopp habe er keine Schwierigkeiten. „Er ist die Persönlichkeit, die hier alles erschaffen hat. Es ist legitim, dass er sich äußert, wenn er unzufrieden ist.“ Bei Babbels Mannschaft dagegen kamen die herabwürdigenden öffentlichen Kommentare Hopps gegen Stanislawski nicht gut an. „Mittlerweile lacht ganz Deutschland über uns“, sagt Torwart Tom Starke.

Babbel bringt eine gewisse Vorbildung mit zu dem – wie er sagt – „speziellen Verein“. Mit seinem damaligen Klub Bayern München spielte der ehemalige Verteidiger am 17. August 1999 vor fast 13 Jahren im Eröffnungsspiel des alten „Dietmar-Hopp-Stadions“ in Hoffenheim. „Uli Hoeneß hat mir damals alles erklärt, wie das hier abläuft“, sagte Markus Babbel.

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