Sport : Babelsberg stoppt den freien Fall

Jan Brunzlow

Die Reaktionen nach dem Spiel fielen denkbar unterschiedlich aus: Die 200 mitgereisten Babelsberger Fans feierten ihre Mannschaft, Trainer Hermann Andreew zeigte sich kühl und unbeeindruckt, und Präsident Detlef Kaminski schüttelte den Kopf. So ist das manchmal nach einem Unentschieden: Da weiß man nicht so recht, ob man sich über einen Punkt freuen soll oder über zwei verpasste ärgern. Nach dem 1:1 bei LR Ahlen ging das den Babelsbergern genauso. Immerhin hat der Aufsteiger nach einer über 90 Minuten überzeugenden kämpferischen Leistung die Niederlagenserie gestoppt. Zuletzt hatten die Babelsberger fünfmal hintereinander verloren. Allerdings hätten es in Ahlen statt eines Punktes auch deren drei sein können.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Beide Teams mussten ohne ihre Stammtorhüter antreten; Ahlen zum zweiten Mal in dieser Saison mit Marco Sejna, Babelsberg erstmals mit Dirk Heinrichs für Alexander Kunze, der sich am Freitag einer Daumenoperation unterziehen musste. Beide Torhüter hatten wenig Zeit, sich an die ungewohnte Situation zu gewöhnen. Nach einer Viertelstunde nutzte Martino Gatti den zweiten Ausflug in des Gegners Hälfte zur überraschenden Führung für den Gast. Aus 20 Metern schob der Italiener den Ball aus halblinker Position ins lange Eck. Sejna machte dabei eine unglückliche Figur, allerdings hatte er den Ball wegen der tiefstehenden Sonne zu spät gesehen. Den Treffer ermöglichte Enrico Röver mit einem Steilpass aus dem Mittelkreis heraus.

Die Freude der Außenseiter währte jedoch nicht lange. Nur zehn Minuten nach dem Babelsberger Führungstreffer schoss Henryk Baluszynski nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus zum 1:1 ein. Torhüter Heinrich musste dabei seine körperliche Unterlegenheit anerkennen. Mit nur 1,83 Metern zählt er nicht gerade zu den größten seines Fachs. "Der Trainer hat mir vor dem Spiel gesagt, dass Ahlens Ecken auf das Tor gezogen werden. Doch gegen so große Leute wie Feinbier sehe ich mit meiner Größe nicht gut aus."

In der zweiten Halbzeit setzten sich die Babelsberger besser in Szene. Mit aggressiver Verteidigung ließen sie die Gastgeber nie zu ihrem gefürchteten Offensivspiel kommen und agierten ihrerseits gefährlich durch Konter. Die größten Möglichkeiten hatten dabei Röver, Civa, Slezak, Milovanovic und Kampf, der zwei Minuten vor Schluss das Lattenkreuz traf. "Wir hätten gewinnen können", sagte Trainer Andreew nicht ganz unbegründet. "Dennoch sind wir sehr zufrieden mit jedem Punkt in dieser Liga."

Eine Woche nach der 0:2-Niederlage gegen Rot-Weiß Oberhausen wirkten die Babelsberger wie ausgewechselt. "Wenn man so kämpft und spielt wie wir heute, wäre eine Niederlage tödlich für die Psyche gewesen", sagte Hermann Andreew. Der Fußball-Lehrer sieht nach dem gestrigen Spiel die Leistung seiner Mannschaft wieder in einer guten Richtung, "aber noch nicht auf dem guten Weg".

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