Sport : Bach greift Landessportbünde an

IOC-Mitglied sieht „Scheinargumente“ gegen Fusion von NOK und DSB

Robert Ide

Berlin - Im Streit um die Fusion der deutschen Sportverbände hat Thomas Bach, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Landessportbünde angegriffen. „Ihren Widerstand gegen die Vereinigung begründen die Landessportbünde mit Scheinargumenten“, sagte Bach dem Tagesspiegel. „In einem vereinten Sportverband müssen sie keinen Machtverlust fürchten, wie sie behaupten.“ Die Sportbünde der Bundesländer wollen am heutigen Freitag und morgen in Mainz ihr weiteres Vorgehen beraten.

Seit Wochen wehren sich die Landessportbünde gegen die Fusion des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und des Deutschen Sportbundes (DSB). Bisher sind die Landessportbünde im DSB organisiert, in der Vollversammlung des neu zu gründenden Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sollen sie etwa ein Drittel der Stimmen erhalten. „Bisher haben die Landessportbünde im NOK keine einzige Stimme, und im DSB sind sie in der Minderheit“, argumentiert Bach. „Im neuen Verband können sie deshalb keine Sperrminorität verlangen. Außerdem würde das das IOC gar nicht erlauben.“ Die Landessportbünde verlangen ein weitreichendes Mitspracherecht zumindest in Fragen des Breitensports. Die Zuständigkeit dafür zweifelt Bach aber an. Breiten- und Spitzensport sollten nicht auseinander dividiert werden. „Es gibt keinen Stimmenblock der olympischen Sportverbände, und es gibt keinen Stimmenblock der Landessportbünde“, sagte Bach.

Nach den Plänen der Spitzen von NOK und DSB sollen sich beide Verbände noch in diesem Jahr auflösen, der DOSB soll im Mai 2006 gegründet werden. Zu möglichen Plänen, dann die Präsidentschaft zu übernehmen, wollte sich Bach auf Nachfrage nicht äußern. „Es macht keinen Sinn, jetzt Personalfragen zu diskutieren.“

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