Sport : Badminton: Mission in Peking

Karsten Doneck

Berlin – Manfred Kehrberg fliegt in Kürze nach Peking. In offizieller Mission: Als stellvertretender Delegationsleiter betreut er die Handballmannschaft der SG Empor Brandenburger Tor auf ihrer China-Reise. Kehrberg verbindet dabei die Aufsichtspflicht mit dem Nützlichen. Der Rechtsanwalt ist bei Empor nämlich auch Vorsitzender der Badminton-Abteilung. Und in dieser Funktion wird er in China den Markt nach Verstärkung für die Mannschaft sondieren, die in diesem Jahr als deutscher Vizemeister überrascht hat. Kehrberg tritt in Peking mit präzisen Vorstellungen an den Verhandlungstisch. „Wir haben ein Auge auf Xia Xuanze geworfen“, sagt er.

Xia Xuanze ist in der Badminton-Szene ein großer Name. Bei den Olympischen Spielen 2000 holte er Bronze, vor zwei Jahren in Birmingham ist er Einzel-Weltmeister geworden. Danach wurde es still um ihn. Er hatte sich verletzt, das ging auf Kosten der Form, und er war in Folge dessen „ein bisschen demotiviert“, wie Kehrberg sagt. Aber der 27-Jährige hat nicht aufgegeben, er sucht neue Herausforderungen, vielleicht nimmt er die in Berlin bei der SG Empor an. „Wir haben zum chinesischen Badminton-Verband sehr gute Kontakte“, betont Kehrberg.

Sollte der Deal mit Xia Xuanze platzen, hat Empor kaum Alternativen. „Nicht bezahlbar“ seien andere chinesische Spitzenspieler. Allzu einsam würde sich Xia Xuanze in Berlin übrigens nicht fühlen. Sein Landsmann Xuan Chuan spielt bei Empor. „Der ist erst 23 und hat noch reichlich Potenzial“, sagt Kehrberg.

Bereits verstärkt hat sich die SG Empor im Herrendoppel. Der Klub konnte in Umea (Schweden) den Doppel- und Mixed-Spezialisten Frederik Bergström loseisen. Ein Vorhaben, das der Mitte April verstorbene Rainer Behnisch bei Eintracht Südring vor Jahren vergeblich verfolgte – trotz seiner guten Kontakte nach Schweden. Bergström gilt als sehr heimatverbunden. Jetzt ist er 30 Jahre alt, „da will er noch mal im Ausland spielen“, sagt Kehrberg. Empors Nummer drei im Herreneinzel, Conrad Hückstädt, unterstützte seinen Klub bei dem Transfer nach Kräften – mit seinen Überredungskünsten. Hückstädt hat selbst mal in Schweden gespielt, er kennt Bergström daher bestens.

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