Sport : Bälle ohne Ziel

Kaiserslautern bezwingt Rostock nach spätem Tor von Lokvenc 3:2

Oliver Trust

Kaiserslautern. Wenn der Trainer wild gestikulierend an der Seitenlinie steht, die Zuschauer die Hände vors Gesicht halten, auf dem Rasen die Spieler die Bälle nur noch ohne Ziel hinaushauen und eine Mannschaft trotzdem noch gewinnt, sind alle Kriterien eines Zittersieges erfüllt. Ein spätes Tor von Vratislav Lokvenc hat dem 1. FC Kaiserslautern ein 3:2 gegen Hansa Rostock und damit drei wichtige Punkte im Abstiegskampf beschert.

Bis zu jener 74. Minute, als der Stürmer aus Tschechien den Ball unter die Latte hämmerte, zitterte Kaiserslautern um den Sieg. Und das, obwohl die Pfälzer die Partie vor allem in Hälfte eins sicher im Griff hatten, mit 2:0 führten und reihenweise Chancen vergaben. Zudem waren die Rostocker nach der berechtigten Roten Karte für Gernot Plassnegger (20.) nach dessen rüdem Foul an Jose Dominguez nur noch zu zehnt.

Nach der Pause „haben bei uns zu viele nur das Resultat verwaltet. Da muss sich die Mentalität ändern“, sagte Kaiserslauterns Trainer Kurt Jara. Nachdem Schiedsrichter Markus Schmidt aus Stuttgart einen fragwürdigen Elfmeter für die Rostocker pfiff und Rene Rydlewicz zum 2:2 in der 71. Minute verwandelte, zitterten die Pfälzer. „Wie wir in der zweiten Hälfte gestürmt haben, hat keiner mehr gemerkt, dass wir einer weniger waren. Die Mannschaft hat wieder einmal Rückschläge weggesteckt. Es hat nicht gereicht, das ist bitter“, sagte Rostocks Trainer Juri Schlünz.

Mit zwei Fernschüssen von Nenad Bjelica (31.) und Marian Hristov (36.) waren die Pfälzer in Führung gegangen. Bjelica darf sich nun sogar Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft in Portugal machen. Kroatiens Nationaltrainer Otto Baric war im Stadion und führte nach dem Spiel ein Gespräch mit dem Mittelfeldspieler.

Nur eine Minute nach Hristovs 2:0 aber konnte Rydlewicz, neben Torwart Mathias Schober Rostocks stärkster Spieler, das 2:1 erzielen. „Dieses Gegentor hat uns etwas verunsichert“, stellte FCK-Coach Jara ernüchtert fest. Immerhin aber reichte es eine Woche nach dem 0:6-Debakel bei Bayer Leverkusen diesmal zu einem Erfolg. „Wir hätten das nur viel ruhiger tun können“, sagte Jara. Dass die Pfälzer so lange bangen mussten, lag vor allem an ihrer Ungenauigkeit im Abschluss.

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