Sport : Baffi/Collinelli führen nach der ersten Nacht im Velodrom

Die Italiener gaben in der ersten Nacht des 89. Berliner Sechstagerennens den Ton an. Routinier Adriano Baffi und sein Partner Andrea Collinelli sammelten nach dem gemeinsamen Startschuss von Box-Champion Wladimir Klitschko und Berlins Regierendem Bürgermeister Eberhard Diepgen vor gut 10 000 Zuschauern in den Wettbewerben die meisten Punkte. Baffi/Collinelli führen mit 82 Zählern vor den rundengleichen Robert Bartko/Scott McGrory (Berlin/Australien), die 68 Punkte auf ihrem Konto haben, sowie dem Schweizer Duo Bruno Risi/Kurt Betschart (35).

Den drei Teams gelang in der sogenannten Kleinen Jagd nach Mitternacht, die der Berliner Bahnweltmeister Bartko mit seinem australischen Wunschpartner für sich entschied, ein Rundengewinn gegen die übrige Konkurrenz. Pech hatte der italienische Topfavorit Silvio Martinello. Beim Warmfahren wenige Stunden vor dem Start war er mit vier weiteren Fahrern in einen Sturz verwickelt. Der 36-Jährige zog sich neben einigen Hautabschürfungen auch einen Riss an der Unterlippe zu, der genäht werden musste. Mit seinem Landsmann Marco Villa, mit dem er 1998 das Berliner Sechstagerennen gewann, liegt Martinello mit einer Runde Rückstand auf Rang vier.

Einen guten Eindruck hinterließ die deutsche Kombination Andreas Kappes/Olaf Pollack (Köln/Cottbus). Die WM-Dritten im Zweier-Fahrern siegten überraschend in der ersten Jagd des Abends und sind mit ebenfalls einer Runde Rückstand Fünfte.

Am Rande der Sixdays im Velodrom stellte sich Andreas Kappes den gegen ihn gerichteten Dopingvorwürfen. Freundlich und bereitwillig gab er Auskunft - anders als vor Jahresfrist Bjarne Riis, dem ein dänischer Fernsehsender Blut-Doping mit Epo vorgeworfen hatte. "Genommen habe ich es nicht". Riis, der 1996 im Telekom-Dress die Tour de France gewann, musste im Vorjar in Bologna schon aussagen, Kappes noch nicht: "Ich habe keine Vorladung."

Der WM-Bronzemedaillengewinner im Zweier-Mannschaftsfahren und "Titelverteidiger" beim Berliner Sechstagerennen, ist in Sachen Doping kein unbeschriebenes Blatt. 1997 mußte Kappes eine dreimonatige Sperre absitzen, weil in seinem Urin verbotene Substanzen entdeckt worden waren. Der Familienvater gab damals zu Protokoll, dass seine kleine Tochter harmlose Vitamintabletten (für den Papa bestimmt) mit Appetitzüglern seiner Frau wohl vertauscht hätte. Die Schlankmacher seien mit Aufputschmitteln versetzt gewesen.

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