Sport : Ballack streitet mit Löw und Zwanziger Kapitän kritisiert Umgang mit Frings

Hamburg - Es dauerte nur wenige Stunden, bis der Bundestrainer seinen Kapitän zurechtwies. „Von den Aussagen von Michael Ballack bin ich total überrascht. Dass er nun über die Medien solch kritischen Töne äußert, verwundert und enttäuscht mich“, sagte Joachim Löw in einer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Dienstagabend verbreiteten Stellungnahme. „Als Kapitän ist er ein wichtiger Ansprechpartner für mich und daran wird sich auch nichts ändern. Aber die Aufstellung und die Personalpolitik ist in letzter Konsequenz die Entscheidung von mir und meinem Trainerteam.“

Was war passiert? Ballack kritisiert in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den Umgang mit dem zuletzt auf die Ersatzbank gesetzten Torsten Frings. Auf die Frage, ob Löw Frings schon abgeschrieben habe, hatte Ballack geantwortet: „Das weiß ich nicht. Aber wenn man einen nicht mehr will, sollte man das ehrlich ansprechen. Respekt und Loyalität ist doch das Wenigste, was man als verdienter Nationalspieler erwarten kann.“ Der Kapitän weiter: „Ich hoffe, dass ich mit meiner Vermutung in der Personalie Torsten Frings unrecht habe.“ Zudem zeigte sich Ballack irritiert, dass Löw sich nach seiner Operation an beiden Füßen in der vergangenen Woche nicht gemeldet habe: „Das überrascht mich schon, weil es in der Vergangenheit bisher immer anders war.“

Knapp einen Monat nach dem offiziell beendeten Zwist zwischen Ballack und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff ist damit in der DFB-Auswahl der nächste öffentlich ausgetragene Disput ausgebrochen. „Vielleicht befindet sich Torsten aktuell nicht in Topform, aber er spielt immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Dieses Faktum kann niemand wegdiskutieren. Ich habe deshalb ein ungutes Gefühl, dass er diesen Konkurrenzkampf nicht gewinnen kann“, sagte der 32-Jährige. Hoffentlich werde der Bremer nicht zu einem Rücktritt gedrängt. Die von Frings kürzlich geäußerten Rücktrittsgedanken kommentierte Ballack so: „Schlimm genug, dass es so weit gekommen ist. Torsten hat die Zeit erkannt. Er ist ein erfahrener Spieler und spürt genau, was um ihn herum geschieht.“

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger reagierte auf Ballacks Kritik. „Wenn man glaubt, was in Zukunft noch besser machen zu können, empfehle ich allen, sich mit dem Bundestrainer auszutauschen und nicht über die Medien mit ihm zu reden“, teilte Zwanziger mit. Michael Ballack hat einen anderen Weg gewählt. dpa

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