Bambergs Basketballer im Finale : Kein Bayern-Gen verpflanzt

Uli Hoeneß will Bayern auch im Basketball zur Nummer eins in Deutschland machen. Doch gegen einen Perfektionisten aus Bamberg verliert er meist.

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Uli Hoeneß und seine Frau Susanne sind begeisterte Basketball-Zuschauer.
Uli Hoeneß und seine Frau Susanne sind begeisterte Basketball-Zuschauer.Foto: dpa

Andrea Trinchieri geht getrost als Perfektionist durch. Der Mann gilt als der cleverste, aber auch als der forderndste Trainer in der Basketball-Bundesliga. Weil das so ist, hat der Italiener mit seinem Job manchmal arg zu kämpfen. Er sagt: „Basketball ist ein unvollkommenes Spiel.“ Auch am Sonntag war Trinchieri nicht hundertprozentig zufrieden. Er sah kein perfektes Spiel, aber ein ordentliches. Sein Team aus Bamberg hatte den großen Rivalen Bayern München 76:67 bezwungen. Die Franken stehen mal wieder im Finale um die deutsche Meisterschaft. Überhaupt hat es der Perfektionist Trinchieri als Angestellter bei den Bambergern noch gut erwischt. Ein Automobilzulieferer mit Sitz in Coburg engagiert sich schon seit vielen Jahren in einem Maße für die Bamberger Basketballer, das es für die Konkurrenz nahezu unmöglich ist, noch mitzuhalten – mit einer Ausnahme: dem FC Bayern München.

Es war eine Herzensangelegenheit von Uli Hoeneß vor rund sieben Jahren, als er die Professionalisierung der Basketballabteilung des FC Bayern vorantrieb. Schon wenig später waren die finanziell gut ausgestatteten Münchner eine Spitzenmannschaft, und der Fußballer Hoeneß gefiel sich sehr gut darin, Basketball in München wieder richtig groß gemacht zu haben. Hoeneß mit Klatschpappe in der Halle, das ist bis heute das meist gezeigte Bild, wenn es um Bayerns Basketballer geht.

Hoeneß ist immer noch der Star, weil die Bayern zwar gewiss ein Spitzenteam sind, aber eben auch eines, das selten Titel gewinnt. Seit 2012 wurden im deutschen Basketball in Liga und Pokal insgesamt zwölf Titel vergeben. Die Münchner holten sich einen, die Meisterschaft 2014. Bamberg bejubelte – sollten sie wieder Meister werden – im selben Zeitraum sieben Titel. Sollte es tatsächlich so etwas wie ein Bayern-Gen geben, stellt sich die Frage, warum die Basketballabteilung es nicht verpflanzt bekommen hat.

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