Barbara Rittner mit neuer Aufgabe : Wenn die Zeit gekommen ist

Nach 13 Jahren hört Barbara Rittner als Fed-Cup-Teamchefin auf und wird "Head of Women's Tennis" im DTB. Ihr Präsident hat trotzdem nur Boris Becker im Kopf.

Barbara Rittner steigt beim DTB auf - und das Fed-Cup-Team ohne sie hoffentlich nicht ab.
Barbara Rittner steigt beim DTB auf - und das Fed-Cup-Team ohne sie hoffentlich nicht ab.Foto: dpa

Von Barbara Becker sprach Ulrich Klaus am Mittwoch – und das gleich zweimal. Gemeint hatte der Präsident des Deutschen Tennis-Bundes natürlich Barbara Rittner. Und er sollte seine vielleicht beste Mitarbeiterin der jüngeren Vergangenheit doch eigentlich kennen. Es gehört zum Naturell von Rittner, dass sie solche Peinlichkeiten mal eben ignoriert. Rittner war und ist allürenfrei – und unterscheidet sich schon in diesem Punkt beträchtlich von Boris Becker, ihrem neuen Kollegen beim DTB.

„Ich habe jetzt das offizielle Recht, ihn nerven zu können“, sagte die 44-Jährige. Dabei täte Becker gut daran, Rittner zu nerven und sich bei ihr Rat einzuholen. Sie ist mit den Strukturen im DTB bestens vertraut und hat eine starke Mannschaft aufgebaut. „Damit aus Einzelspielerinnen eine eingeschworene Truppe wird, braucht es jemanden wie Barbara, die vorneweg geht und den Teamspirit entfacht“, lobte Angelique Kerber, an deren Aufstieg Rittner einen großen Anteil hat.

Nach 13 Jahren hört Barbara Rittner nun als Fed-Cup-Chefin auf, der ganz große Erfolg in Form des Titelgewinns ist ihr verwehrt geblieben. Vielleicht erlebt sie ihn als „Head of Women’s Tennis“ noch. Ihr Nachfolger wird es allerdings schwerer haben. Rittner war bei ihren Spielerinnen beliebt, sie hat ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das die Basis für ein funktionierendes Team ist. Dafür hat sie sich selbst zurückgenommen, ohne an Autorität einzubüßen. Jetzt sagt sie: „Es ist an der Zeit, mit jemand Neuem neue Wege zu gehen.“

Der Neue wird Jens Gerlach sein. Sollte ihm irgendwann der Sieg im Fed-Cup mit den deutschen Frauen glücken, wird Rittner sich darüber genauso freuen, als hätte sie selbst auf der Bank gesessen. Und DTB-Präsident Ulrich Klaus wird dann hoffentlich die richtigen Namen parat haben, wenn er seine Glückwünsche ausspricht – und den von Barbara Rittner nicht wieder vor Aufregung vergessen.

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