Sport : Barrichello umkurvt das Chaos

Der Brasilianer gewinnt in Silverstone ein stark beeinträchtigtes Rennen – Michael Schumacher wird Vierter

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Silverstone (dpa). Ein dramatischer Zwischenfall hat den Großen Preis von Großbritannien zu einem Roulette gemacht, aus dem Rubens Barrichello am Sonntag in Silverstone als großer Sieger hervorgegangen ist. Mit seinem insgesamt sechsten Erfolg half der 31Jahre alte Brasilianer seinem Ferrari-Stallgefährten Michael Schumacher, nach dem elften Lauf der WM die Führung in der Gesamtwertung gegen den Finnen Kimi Raikkönen zu behaupten. Der fünfmalige Weltmeister aus Kerpen kam nach einer tollen Aufholjagd hinter Barrichello, Juan Pablo Montoya (Kolumbien) und Raikkönen noch auf Platz vier.

Für das dramatische Intermezzo sorgte in der zwölften Runde ein Zuschauer, der auf die Piste rannte und damit sich und die Piloten in Lebensgefahr brachte. Das Drama ereignete sich auf einer Geraden, auf der die Piloten dem Fan mit 300 km/h entgegenbrausten. Das Rennen musste unterbrochen werden. Die Reihenfolge der Fahrer wurde total durcheinander gewürfelt. So war es auch dem überlegenen Ferrari-Paket zu verdanken, dass sich Barrichello wieder ganz nach vorn fuhr. Während der zuletzt viel kritisierte Barrichello zum großen Gewinner wurde und Ferraris Vorsprung in der Teamwertung auf zehn Punkte gegenüber Williams-BMW ausbauen half, war Ralf Schumacher der Verlierer. Nach seinen zwei Siegen auf dem Nürburgring und in Magny-Cours blieb für den 28-Jährigen nur der neunte Platz. Das warf ihn in der Gesamtwertung hinter seinen Stallgefährten Montoya (55) auf den vierten Platz (53) zurück. Die Chance auf den WM-Ttel ist damit stark gesunken.

„Ich konnte Rubens zum Schluss nicht mehr halten“, sagte Raikkönen, der mit seinem McLaren-Mercedes auch dem Ansturm von Montoya nicht widerstehen konnte. Der waghalsige Barrichello erntete für seinen Auftritt Anerkennung von allen Seiten. Der Brasilianer hat nun wieder ein sehr gutes Argument in seinen Vertragsverhandlungen mit Ferrari. Der Kontrakt, der bis 2004 geht, war zuletzt durch eine Serie von Fehlern von Barrichello in Frage gestellt worden.

Bei Lufttemperaturen von 20 Grad verdrängten der Italiener Jarno Trulli (Renault) und Raikkönen den Trainingsschnellsten Barrichello durch einen Blitzstart vom ersten Platz, die Schumacher-Brüder behaupteten Rang vier und fünf. Doch nach zwölf Runden ging die Formel-1-Normalität abrupt zu Ende: Während das Safety Car das Rennen unterbrach und ein Streckenposten den auf der Piste den Rennwagen entgegenlaufenden Fan zu Fall brachte, versuchten fast alle Piloten, die Neutralisation zum Nachtanken zu nutzen. Das Chaos an den Pumpstationen wirbelte das gesamte Feld durcheinander. Plötzlich war der Brasilianer Cristiano da Matta auf seinem Toyota in Front, Michael Schumacher wurde auf den 14. Platz zurückgeworfen. Mit riskanten Überholmanövern mühte sich Schumacher, Boden gutzumachen. Für ganz vorn reichte es nicht mehr.

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