Baseball : Außenseiter Deutschland will zur Weltmeisterschaft

Die deutsche Baseball-Nationalmannschaft hofft in Mexiko auf die Qualifikation zur World Baseball Classic.

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Donald Lutz gehört zu den deutschen Leistungsträgern.
Donald Lutz gehört zu den deutschen Leistungsträgern.Foto: dpa

Donald Lutz weiß, was ihn und seine Kollegen erwartet. „Das wird eine verrückte Atmosphäre. Die Fans in Mexiko sind sehr laut und stehen wie ein Mann hinter ihrem Team.“ Am Donnerstag bestreitet die deutsche Baseball-Nationalmannschaft ihr erstes Spiel beim Qualifikationsturnier zur World Baseball Classic (WBC) in Mexicali gegen Nicaragua. Weitere Gegner sind Gastgeber Mexiko und Tschechien. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für das Endturnier im März 2017. Die WBC fungiert inzwischen als offizielle Baseball-Weltmeisterschaft. Da die Major League Baseball (MLB) das Turnier mitveranstaltet, können auch die besten Profis an dem alle vier Jahre stattfindenden Event teilnehmen.

Deutschland konnte sich bisher nicht für die Endrunde qualifizieren, auch diesmal sind die Chancen eher gering, auch wenn Donald Lutz sagt: „Wir sind jetzt auch nicht die Riesenunderdogs. Ich habe durchaus ein gutes Gefühl.“ Der Profi von den Cincinnati Reds hat selbst schon einmal in Mexiko gespielt. Für das Qualifikationsturnier hat er von seinem MLB-Team die Freigabe erhalten, obwohl in der US-Liga gerade die Saisonvorbereitung läuft. Die Chancen, dass Lutz im Kader der Reds bleibt, sind allerdings nicht so groß wie beispielsweise beim Berliner Max Kepler. Der wird den Deutschen in Mexiko fehlen, bei den Minnesota Twins ist er nahe dran, es ins Team zu schaffen.

Das Problem, nicht die besten Spieler aufbieten zu können, haben allerdings auch die deutschen Gegner. Das Reservoir beim Gastgeber ist allerdings deutlich größer, Baseball ist in Mexiko sehr populär. Und anders als Deutschland waren die Mexikaner bisher noch bei jeder WBC in der Endrunde vertreten. 16 Teams nehmen daran alle vier Jahre teil, das Turnier hat sich etabliert. Die Profiliga MLB geht allerdings vor. So gibt es Regeln, die zum Beispiel verhindern sollen, dass ein Spieler sich bei der WBC über Gebühr verausgabt. Ebenfalls fraglich sind die Kriterien in Sachen Spielberechtigung. So reicht es, familiäre Verbindungen in irgendein Land nachweisen zu können, um für das Nationalteam auflaufen zu können. Ein entsprechendes Ausweisdokument ist nicht notwendig. Davon profitiert beim WBC-Qualifikationsturnier auch die deutsche Auswahl. Wunderdinge sind von ihr deshalb aber dennoch nicht zu erwarten. 

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