Baseball : Die Los Angeles Dodgers im Kaufrausch

Der Baseballklub Los Angeles Dodgers könnte 2013 das teuerste Sportteam aller Zeiten aufs Feld schicken. Allein in den vergangenen sieben Monaten gab der Klub 600 Millionen Dollar für Spielerverpflichtungen aus.

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Hand (dr)auf. Dodgers-Miteigentümer Magic Johnson (r.) und Zack Greinke. Der neue Werfer wird in Los Angeles bis 2018 stolze 147 Millionen US-Dollar verdienen.
Hand (dr)auf. Dodgers-Miteigentümer Magic Johnson (r.) und Zack Greinke. Der neue Werfer wird in Los Angeles bis 2018 stolze 147...Foto: REUTERS

225 Millionen Dollar – so viel zahlen die Los Angeles Dodgers 2013 ihren Spielern an Gehältern. Nach derzeitigem Stand, die neue Saison startet schließlich erst im kommenden April. Es könnten also auch noch ein paar Millionen mehr werden, denn Geld spielt beim Baseballklub aus Kalifornien keine Rolle. Kein anderer Sportverein der Welt leistet sich eine derart teure Mannschaft (siehe Kasten unten). Vier Spieler im Team verdienen im kommenden Jahr mehr als 20 Millionen Dollar, sechs andere immerhin noch mehr als zehn Millionen. Um ganz schnell ganz reich zu werden, muss ein Spieler dabei bisher noch nicht einmal wirklich Großes geleistet haben. So erhält der frisch verpflichtete Werfer Zack Greinke in den nächsten sechs Jahren 147 Millionen Dollar Gehalt überwiesen, bisher hat er in neun Saisons gerade einmal zwei Play-off-Spiele bestritten. Da staunen sogar die New York Yankees, die 14 Jahre hintereinander in der Major League Baseball (MLB) die fettesten Gehaltschecks ausstellten und sich damit den Spitznamen „Evil Empire“ verdienten.

Doch 2012 hat sich das Böse auf den Weg nach Westen gemacht. Für die Rekordsumme von 2,15 Milliarden US-Dollar kaufte Guggenheim Baseball Management die bankrotten Los Angeles Dodgers im Frühjahr und investiert seither im großen Stil. 600 Millionen Dollar wurden in den ersten Monaten für Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen ausgegeben – für gerade einmal acht Spieler. Weitere 100 Millionen flossen in die Sanierung des maroden Stadions. Möglich macht das alles ein über 25 Jahre laufender Fernsehvertrag, der den Dodgers ab 2014 sechs bis sieben Milliarden Dollar einbringen soll. Dabei ist der Deal mit dem TV-Sender Fox bisher nicht besiegelt, es wird noch immer verhandelt.

Zudem gibt es in der MLB anders als in den anderen US-Profiligen keine Gehaltsobergrenze. Somit ist dem Geldausgeben praktisch kein Limit gesetzt. Zwar müssen die Teams eine Luxussteuer zahlen, wenn sie ein bestimmtes Gesamtbudget überschreiten, doch das bremst die neuen Eigentümer der Dodgers kein bisschen. Zur Investorengruppe gehört unter anderem der frühere Basketball-Superstar Earvin „Magic“ Johnson, der sich mit 50 Millionen Dollar am Kauf der Franchise beteiligte. „Wir haben von Anfang an erklärt, dass wir Geld ausgeben werden. Und genau das ist es, was wir tun“, sagte Johnson unlängst. Handeln, nicht reden – das ist die Devise der Besitzer. Magic Johnson verkündete: „Wir sind hier, um zu gewinnen.“ Nur ist das mit dem Gewinnen so eine Sache. Die Dodgers warten seit 1988 auf eine Meisterschaft, und selbst die in der Vergangenheit so spendablen Yankees gewannen seit der Saison 2001 trotz aller Ausgaben nur einen Titel.

Dennoch: Die Konstanten in der Baseballwelt beginnen sich zu verschieben. Versuchten früher die Boston Red Sox der Übermacht der Yankees mit eigenen finanziellen Kraftakten zu trotzen, baut sich nun auch ein Konkurrent für die Dodgers auf – und dass praktisch vor der eigenen Haustür in Anaheim. Hier sind die Los Angeles Angels beheimatet und auch hier sitzt das Geld locker. Vor einem Jahr verpflichteten die Angels mit Albert Pujols den besten Schlagmann im Baseball für insgesamt 240 Millionen Dollar. Vor ein paar Tagen legte der Klub nach und holte einen weiteren Superstar. Die Dienste von Outfielder Josh Hamilton lassen sich die Angels in den kommenden fünf Jahren schlappe 125 Millionen Dollar kosten. Die Wettquoten für ein Meisterschaftsfinale der beiden Teams aus Los Angeles, der sogenannten „Freeway World Series 2013“, sind seither rapide gesunken.

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